…findet unser Teamkollege Walter Schildhauer:
„Eigentlich ist die öffentliche Hand (Kommunen, Länder, Republik) insolvent und die Bürger sehen und fühlen dies täglich: in Schulen, der Bahn, den Straßen, im öffentlicher Dienst, etc.. Gleichzeitig werden Schulden aufgenommen, die – wenn überhaupt! – erst in Jahren und von den nächsten Generationen wahrnehmbar und bezahlt werden.
Gleichzeitig wird – wie bei uns üblich – nur auf die Risiken und eventuelle horrende Kosten hingewiesen statt von den Chancen des Energiewechsels zu berichten. So verharrt vieles im Stillstand, während unsere Demokratie ausgehebelt wird.
Obwohl viele all dies beobachten oder längst wissen:
- Die „alten“ Branchen / Modelle (Automotiv, Stahl, etc.) sind Auslaufmodelle
- Energieintensive Produktionsanlagen waren und gehören heute dahin, wo es günstige und saubere Energie gibt
- Der Export von sperrigen Gütern wie Autos macht keinen Sinn – lokal für lokal heißt das Motto (selbst Daimler will jetzt darauf reagieren)
- Der technische Vorsprung hat sich durch unsere jahrelangen Export-Erfolg und den sich entwickelnden Volkswirtschaften in vielen Märkten erledigt. Auch bei der Forschung und Entwicklung heißt es jetzt „lokal für lokal “, und die besten Lösungen werden dann von solchen Volkswirtschaften übernommen.
Wir können andererseits nur hoffen, dass der EU-Markt auch für Unternehmen aus dem Ausland interessant genug ist, um hier zu investieren, ihre Produkte zu produzieren und für den hiesigen Markt mit heimischen Mitarbeitern zu montieren, optimieren und auch zu verkaufen.
Doch die technologisch treibende Kraft ist derzeit Asien, wo es mit Siebenmeilenstiefeln in Richtung grüner Energie geht. Wir sollten deshalb als Volkswirtschaft alles daran setzen, dass die Produkte aus Asien auch bei uns genutzt (z.B. Infrastruktur für E-Autos) werden und darauf achten, dass die Energieversorgung für die Unternehmen ebenfalls grün stattfindet und damit auch langfristig zur Verfügung steht.
Aus meiner Sicht ist es unsinnig, wenn mit Subventionen versucht wird, die Dinosaurier der Industrie (PKW mit Verbrenner, Stahlindustrie, etc.) künstlich am Leben zu halten und über eine verlängerte Lebensarbeitszeit zu sprechen, wenn genau diese Dinosaurier ihre erfahrenen Mitarbeiter in den Frühruhestand schicken.
Übrigens sind auch die benötigten Investitionen in die Rüstung im Grunde Subventionen, da die Kunden die staatlichen Militärs sind.
Wo aber soll all das Geld herkommen?
Hier wird gerne auch die Erbschafts- oder / und Vermögenssteuer als mögliche Lösung herangezogen.
Doch die größten privaten Vermögenszuwächse erfolgen durch unproduktive Aktiengeschäfte: diese Geschäfte funktionieren im Grunde wie Glücksspiele. Deshalb könnten sie auch entsprechend besteuert werden.
Denn es sollte nicht um das Abschöpfen von langfristig und wertschöpfend genutztem Vermögen gehen, sondern um das Teilen von Spekulationsgewinnen für die Finanzierung der öffentlichen Hand.
Wie aber wird der öffentliche Haushalt sinnvoll und zielführend bestimmt?
Hier scheinen das föderale System und unsere Demokratie überfordert zu sein. So bleibt uns eigentlich nur übrig auf die großen Herausforderungen mit
- Bildung und Integration
- Klima- und Umweltschutz
- Stärkung der Demokratie
zu reagieren und mit positiven und nachhaltigen Beispielen und Vorschlägen den Weg aufzuzeigen.
Es bleibt viel zu tun.
Walter Schildhauer



4 Antworten
Herr Schildhauer
Da liegen Sie aber komplett falsch
Aktien als totes Kapital zu bezeichnen. Größere Betriebe können sich mit Aktien zum Teil finanzieren mit Aktienausgabe und Aktien Rücklauf und das muss auch so bleiben.
Ich würde Ihnen zustimmen das politisch mit Aktien auch einiges falsch gemacht wird.
Zum Beispiel das StaRUG -Gesetz.
Oder Leerverkäufe sollten verboten werden.
Mit dem Sparkonto mit dem Sie wahrscheinlich rechnen werden Sie die Rente nicht sicherer machen können im Gegensatz zum Aktien und EDF -Markt.
Das Aktiengewinne mit Kapitalertragssteuer -Kirchensteuer – Solibeitrag belastet werden
ist Ihnen wohl nicht bekannt.
Hallo Herr Bopp, Aktien sind ein wichtiger Teil eines jeden Anlegers und auch für die Unternehmen ein wichtiges Instrument. Bei den traditionellen Konzernen mit ihren Technologien von gestern führt das allerdings auch zu einem sehr kurzfristigen Denken. Der Erhalt einer hohen Rendite steht im Fokus der Konzernchefs und Anleger. Dabei geht der Blick auf die Zukunft und die dafür notwendigen Investitionen verloren. Das Ende dieser Konzerne ist damit vorprogrammiert.
Hallo Herr Prof. Tillmetz
Sie haben absolut recht.
In meinem Kommentar habe ich die Ausführungen von Herrn Schildhauer geantwortet deren Ausführungen ich nicht Teilen kann und zu einer falschen Einschätzung gegenüber Aktien und EDFs führen kann.
Allerdings ist es richtig wie Sie schreiben das Investitionen in die gestrigen Technologien und das auch noch auf Pump herbe Verluste einbringen werden.
Aktien und EDFs reagieren schnell auf zukunftsweisende Technologien wenn das Potenzial erkannt wird.