Ein Gutes hatte der Anschlag in Berlin – das Thema Blackout hat es in die Schlagzeilen aller Medien geschafft. Diese Medienberichte wollte ich allerdings hier nicht wiederholen, sondern mit Ihnen ein paar Gedanken austauschen, wie wir auch bei diesem Thema vom Jammern ins Tun kommen könnten.
Zunächst ist es entscheidend zu verstehen, was denn die Konsequenzen eines längeren Stromausfalls sind. Hilfreich ist sicherlich, dass die regionalen Energieversorger und Kommunen die Bevölkerung auf das Thema vorbereiten. Allerdings ist all das, was ich bisher gesehen habe, etwas oberflächlich formuliert.
Vielleicht diskutieren Sie einmal beim Abendessen mit der Familie oder am Stammtisch, was denn bei einem Stromausfall alles nicht mehr funktioniert und was man dann tun kann. Man kann natürlich auch die Frage stellen: Was funktioniert denn dann überhaupt noch? Die kurze Antwort: Nichts! Anschließend können wir uns bei der Diskussion wieder beruhigt dem letzten Spieltag der Fußball-Bundesliga zuwenden.
Wer die Folgen eines Blackout unterhaltsam und trotzdem fundiert nachlesen will, dem sei der Roman „Blackout“ empfohlen, den Marc Elsberg 2012 geschrieben hat. Aus meiner Sicht sind vermutlich die resultierenden sozialen Konflikte das größte Problem. Nachdem aber Internet, Mobilfunk, Telefon und Fernseher nicht mehr funktionieren, könnte das sogar gute Seiten haben: Wir werden nicht mehr mit falschen Nachrichten (fake-news) und Halbwissen (bullshit) überschwemmt und hätten viel Zeit zum Nachdenken.
Womit wir beim Tun sind!
Was sollten heute die vor Ort Verantwortlichen Vertreter der Energieversorger und der Kommunen ganz konkret tun, um im Falle eines Blackouts größere Schäden zu vermeiden? Wissen die Verantwortlichen auch wirklich, was alles zur kritischen Infrastruktur gehört und ob diese im Ernstfall auch weiter funktioniert? Wann wurde das zum letzten Mal überprüft?
Wir könnten uns zusätzlich bei den Bürgerinnen und Bürgern der Ukraine wertvolle Tipps aus vier Jahren Erfahrung mit regelmäßigen und sehr schmerzhaften Blackouts abholen.
Als nächstes sollten wir auch der Frage nachgehen, wie wir längere Stromausfälle von vornherein vermeiden können. Mit den vielen Photovoltaikanlagen auf den Dächern und Äckern kann man auch eine regionale und resiliente Stromversorgung aufbauen, vor allem, wenn es dazu schwarzstartfähige* Batteriespeicher gibt. Das zu planen und zu unterstützen wäre ein sehr wichtiges Betätigungsfeld für die regionalen Energieversorger. Aber auch jeder Unternehmer kann dieses Thema in seinen Gebäuden und für seine Anlagen vorantreiben. Für sein IT-System sollte er sowieso eine unterbrechungsfreie Stromversorgung haben. Auch für Maschinen und andere Ausrüstung im Betrieb kann eine sichere Stromversorgung sehr viel Schaden vermeiden. Mit der dazugehörigen Batterie kann man dann sogar im normalen Alltag Energiemanagement betreiben und die Stromkosten senken.
*die Funktion der Schwarzstartfähigkeit erlaubt den Betrieb des lokalen Speichers auch bei einem Stromausfall im Netz


