Photovoltaik: Von wegen „Freiflächen“

Die neue Broschüre des DJV (Deutscher Jagdverband) macht nachvollziehbar, dass beim Bau von großflächigen Solarparks keineswegs nur deren Besitzer das Sagen haben. Vielmehr  sind das gewissermaßen auch Fuchs und Hase, die sich hier nicht nur eine „Gute Nacht!“ wünschen, sondern im Verbund mit der übrigen Tierwelt ein gewichtiges Wörtchen „mitzureden“ haben. Dem Verband ist selbstverständlich die vielfältige Nutzung der Natur für Mensch und Tier bewußt, steht aber manchen Entscheidungen, die der notwenigen  Dekarbonisierung im Ganzen dienen sollen, durchaus skeptisch gegenüber. Insbesondere eben auch denjenigen, die sein natürliches „Jagdgebiet“ betreffen. Und zu dem gehört eben auch die zunehmende Nutzung vieler Freiflächen, wo immer häufiger großflächige Photovoltaikanlagen gebaut werden – inklusive der sog. Agri-PV-Anlagen, die viele Landwirte nutzen, um daraus zu jeder Jahreszeit sowohl Strom zu gewinnen als auch verschiedene landwirtschaftliche Produkte zu erzeugen.

Oft sind solche Solarparks recht groß und in der Regel auch umzäunt. Das ist schlecht für den Wildwechsel, und so manches Reh oder Wildschein, viele Hasen und Füchse werden sich einen neuen Stammplatz für ihr Futter suchen müssen. Andererseits wird sich insbesondere das Jungwild darüber freuen, wenn es bei extremer Witterung einen geschützten Platz unter den PV-Modulern findet.

Grundsätzlich beabsichtigt der DJV mit der Herausgabe dieser Broschüre, dass die Standortwahl von Solarparks immer naturverträglich ist. Deshalb betont der Verband ausdrücklich, dass Klimaschutz, Ernährungssicherung und Biodiversitätsschutz nicht gegeneinandner ausgespielt werden dürften. Umso mehr hofft er bei künftigen Planungen rechtzeitig beteiligt zu werden, damit ggf. Einwände, die aus seiner Sicht berechtigt sind, berücksichtigt werden. Denn wem unter den kommunalen Entscheidern ist schon bewußt, welche Tiere ihre Wanderrouten haben, wie vielfältig das Artenvorkommen in bestimmten Bereichen ist und dass auch manche Tiere ein Problem damit haben, wenn plötzlich ihr bisheriger Lebensraum verschwindet oder zerstört wird?

Wer sich für den ganzen Inhalt der DJV-Broschüre interessiert, kann sie gerne 2026-01_DJV_Broschuere_Photovoltaik-Anlagen herunterladen.

 

Bild: Uta Weik-Hamann

 

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