Der Beitrag von Michael Trapp hat mich dazu animiert, einmal grundsätzlich über die Herkunft und den Verbleib von CO2 nachzudenken. Damit meine ich nicht das auf der Zunge feinprickelnde CO2 im Champagner (Titelbild). Das kommt aus der Vergärung des Zuckers der Weintrauben, wie wir alle wissen.
Ich meine auch nicht das CO2, das bei der Verbrennung von Kohle, Öl und Gas entsteht. Unsere fossilen Energieträger sind über einen Zeitraum von mehr als hundert Millionen Jahre aus Biomasse entstanden.
Am Ende stellt sich die Frage: Wie ist der Kohlenstoff auf unserer Erde entstanden?
Fast aller Kohlenstoff entstand im Universum im Inneren von sterbenden Riesensternen durch das Verschmelzen (Fusion) von Atomen. Als sich die Erde vor etwa 4,5 Milliarden Jahren aus kleinen Gesteinsbrocken zusammenballte, war Kohlenstoff bereits in diesem Baumaterial enthalten und befindet sich sowohl im Mantel als auch in der Kruste unseres Planeten. Über den Vulkanismus gelangte das CO2 in die Ur-Atmophäre. Vor etwa 3 Milliarden Jahren entstanden dann in der „Ursuppe“ Cyanobakterien, die Photosynthese betrieben. Sie nutzten Sonnenlicht, Wasser und CO2 um daraus Biomasse zu gewinnen, und setzten dabei Sauerstoff frei.
Heute befinden sich in unserer Atmosphäre etwa 3.000 Gigatonnen (Gt) CO2 (eine Gt sind eine Milliarde Tonnen). Jedes Jahr kommen durch das Verbrennen von Kohle, Öl und Gas etwa 39 Gt CO2 dazu (siehe Grafik unten). Etwa 3 Gt CO2 lösen sich in den Meeren und helfen bislang mit das Klima zu stabilisieren. Insgesamt enthalten die Ozeane 38.000 Gt CO2 – 12-mal so viel wie die Atmosphäre. Dieser Vorgang kann auch in die andere Richtung laufen. Das heißt die Meere könnten auch CO2 wieder an die Atmosphäre abgeben.
Das kohlenstofffreie Gestein Basalt, der Auswurf von Vulkanen, bindet CO2, jährlich aber nur 0,26 Gt. Und wie sieht es bei der Biomasse aus? Die kann jährlich etwa 2,8 Gt CO2 binden (netto). Das ist im Vergleich zu den 39 Gt CO2 die wir jedes Jahr in die Atmosphäre „kippen“ sehr bescheiden.

Zum Schluss noch eine Anmerkung rund um das Pflanzen von Bäumen für den Klimaschutz:
Nach 20 Jahren Wachstum kann ein Baum jährlich etwa 20 Kilogramm an CO2 binden. Bei 500 Bäumen pro Hektar sind das dann 10 Tonnen CO2, die ein Wald pro Hektar und Jahr aus der Atmosphäre holt. Nachdem der durchschnittliche Mensch in unserer Region etwa 10 Tonnen CO2 pro Jahr emittiert, bräuchte es für die Kompensation pro Einwohner auch einen Hektar Wald. Das heißt beispielsweise, dass die doppelte Fläche Deutschlands aufgeforstet werden müsste, um unsere CO2-Emissionen wieder einzufangen.
Nachdem wir in 20 Jahren klimaneutral sein müssen, sollten wir sofort mit der Aufforstung beginnen.
Leider fehlen uns die Flächen dafür!
Titelbild: Deleece Cook – Unsplash


