Am 8. März geht es los: Die Formel 1 fährt nur noch mit E-Fuel

Die ersten negativen Reaktionen auf das klimaneutrale Benzin in der Formel1 lassen nicht auf sich warten: 250 Dollar für den Liter oder zu wenig Sprit für die Testfahrten, sind aktuelle Beispiele. Mich selbst zähle ich auch nicht zu den Freunden des Motorrennsportes.

Trotzdem erscheint es mir sinnvoll, das Thema aus der technologischen Sicht zu betrachten (siehe auch Wikipedia). Der 1,6 Liter V6 Motor liefert bis zu 430 kW (585 PS) an Leistung und das mit CO2-neutralem Kraftstoff. Dazu kommt noch ein Elektromotor mit 350 kW (475 PS) Leistung. Damit stehen insgesamt mehr als 1000 PS zur Verfügung. Die Hochleistungsbatterie hat nur eine Kapazität von etwas mehr als einer Kilowattstunde und wird während der Fahrt über die elektrischen Bremsvorgänge immer wieder aufgeladen. Bei der Beschleunigung wird sie wieder entladen. Damit reduziert sich der Spritverbrauch um 25 Prozent!

Im Prinzip ist das ein Voll-Hybrid wie wir ihn von vielen Herstellern kennen, nur in einer Extrem-Variante. Vielleicht hilft ja die Formel1 die Hybridfahrzeuge salonfähig zu machen. 25 Prozent Sprit sparen und keine Diskussion zu Reichweite, Ladeinfrastruktur und teurem Netzausbau – das ist doch eine Ansage.

Wer liefert das grüne Benzin für die Formel1?

Nachdem die Motorenhersteller in enger Partnerschaft mit Mineralölkonzernen arbeiten, gibt es viele Lieferanten:

    • Aramco: Exklusiver Partner für das Werksteam Aston Martin (mit Honda-Motoren).
    • bp / Castrol: Technischer Partner für das neue Audi-Werksteam.
    • Shell: Beliefert Scuderia Ferrari sowie deren Kundenteams Haas und Cadillac.
    • ExxonMobil: Partner von Red Bull Powertrains für die Teams Red Bull Racing und Racing Bulls.
    • Petronas: Lieferant für Mercedes-AMG sowie deren Kundenteams McLaren, Williams und Alpine.

Meine erste Reaktion, als ich die Liste gesehen habe: Wow – geht doch! Das zertifizierte E-Benzin muss auch für alle kommerziellen Fahrzeuge geeignet sein.

Natürlich werden alle sagen, dass das für den Alltag viel zu teuer ist und es viel zu wenig davon gibt. Schaut man sich die vielen Studien zum Thema an, dann kommt man zu einem anderen Ergebnis: Bei einer Produktion im Sonnengürtel dieser Erde mit Stromkosten von weniger als 1 Cent/kWh kann man E-Benzin für etwa 80 Cent/l oder 8 Cent/kWh herstellen. Auch für die Produktionsmengen gibt es keine grundsätzliche Begrenzung: Sowohl von CO2 als auch von grünem Strom, den Ausgangsstoffen für E-Benzin,  kann man beliebig viel ernten.

Nachdem man für E-Benzin die vorhandene Infrastruktur (Tanker, Lkw, Bahn, Tankstellen) nutzen kann, kann man auch viele hunderte von Milliarden an Kosten für den Ausbau der Stromnetze und Ausbau der Kraftwerke zur Stromerzeugung einsparen, die für eine rein Batterie-elektrische Mobilität notwendig sind.

Da bleibt für Investoren am Schluss nur noch die Frage, welche Technologie weniger Risiko und mehr Rendite bringt.

Meine Meinung: Wir werden eine Vielzahl von Antriebstechnologien und Kraftstoffen auf den Straßen der Zukunft sehen – je nach Anwendung und Fahrprofil gibt es Favoriten. Und das Risiko wird durch die Vielzahl auch deutlich reduziert.

Titelbild: Petra Boeger, KI generiert

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