Deutschlands Wasserstofftankstellen: Da waren es nur noch 79…

So einfach ist das: Die EU erwartet, dass zumindest auf ihren Hauptverkehrsstrecken bis 2030 eine zuverlässige Wasserstoffinfrastruktur aufgebaut wird: Gerade für den Schwerlastverkehr, dessen Betreiber für lange Strecken immer häufiger auf H2-LKWs setzen statt auf batteriebetriebene, war das eine wichtige Voraussetzung für ihre Entscheidung.

Deshalb hat gerade auch Deutschland attraktive Förderprogramme aufgelegt, die dann zahlreiche Unternehmen auch genutzt, ihr Geld bekommen und mit dem Ausbau begonnen haben.

Damit war für die europäischen und auch deutschen Stellen der Fall erledigt und politisch abgehakt. Wie das dann in der Praxis weiter ging, scheint niemanden ernsthaft interessiert zu haben.

Jetzt aber stellt sich heraus, dass allein im letzten Jahr bundesweit 36 (!) öffentlich zugängliche und geförderte Wasserstofftankstellen abgebaut wurden, was allein der jeweilige Betreiber entscheiden konnte.

Als Steuerzahler fragt man sich natürlich, ob wir es dann sind, die in die Bresche springen müssen, wenn jemand – egal auch welchen Gründen – vorzeitig aufgibt, den eingenommenen Förderbetrag aber trotzdem behalten will. Kann man es den erfolgreicheren Wasserstoff-Pionieren übelnehmen, die das manchmal sogar auf eigenes wirtschaftliches Risiko hinbekommen haben und deshalb vor diesem Hintergrund sogar eine „Wettbewerbsverzerrung“ sehen? 

Offenbar ist keiner der Fördergeber bereit, die Einhaltung der Fördervereinbarungen durchzusetzen. Jeder Förderantrag enthält einen Verwertungsplan und der muss eingehalten werden, wenn es nicht schwerwiegende Gründe gibt, die dagegen sprechen. Wie kann es sein, dass einerseits weltweit  immer mehr Wasserstoff-Fahrzeuge hergestellt und eingesetzt werden (Toyota/BMW, Hyundai, Daimler Truck….), andererseits aber die  Wasserstofftankstellen abgebaut werden? Parallel werden viele neue Wasserstofftankstellen der zweiten Generation aufgebaut (siehe Bilder unten), wie es die Europäische Gesetzgebung (Alternative Fuel Infrastructure Directive, AFIR) vorschreibt. Da könnte man doch die Tankstellen der ersten Generation umrüsten, anstatt viele Besitzer von Brennstoffzellen-Fahrzeugen zu frustrieren. Weltweit gibt es bereits deutlich mehr als 1.000 Wasserstoff-Tankstellen.

Vor diesem Hintergrund macht die eingereichte Petition schon deshalb Sinn, um den Missbrauch von Fördergeldern zu stoppen und die Unternehmer zur Einhaltung ihrer Versprechen zu zwingen.

Klicken Sie bitte hier, wenn Sie ebenfalls unterschreiben wollen.

 

Bild links: Winfried Hamann an der 2025 stillgelegten Wasserstoff-Tankstelle in Ulm

Bild rechts: Netzwerkpartner Dr. Roland Kaisik, H2yOu, an der nagelneuen Wasserstofftankstelle in Hallstadt bei Bamberg

 

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