Energiesysteme werden dezentral und regional

Das passt unseren großen Energieversorgern überhaupt nicht. Ihr altes Geschäftsmodell ist in großer Gefahr.

Zentrale Kraftwerke und mächtige Energienetze waren eine sehr profitable Methode um schnell reich zu werden. Mit den erneuerbaren Energien kann auf einmal jeder Bürger, jedes Unternehmen und jedes Dorf selbst Energie erzeugen und zusammen mit den Nachbarn sogar ein autarkes Energiesystem aufbauen. Damit braucht endlich keiner mehr diese Quasimonopole, die sehr hohe Preise durchsetzen konnten. Schade nur, dass deren Lobbyarbeit gerade wieder sehr gut bis in die obersten Regierungskreise hinein wirkt.

Ganz Deutschland ist von den Energiekonzernen besetzt? Nein, schon 230 Dörfer wehren sich und bauen ihre eigene Versorgung auf. Angefangen mit eigenem Strom und Langzeitspeichern entstehen nun auch Nahwärmenetze um vollständig autark zu werden.

Im Herbst 2023, als gerade die Gas- und damit auch die Strompreise explodierten, sagte der sehr robuste Bürgermeister Karg aus Fuchstal auf einer Veranstaltung (zur klimaneutralen Schifffahrt) „Das Geld bleibt im Dorf“.

Jedes Dorf nützt die regional verfügbaren Energiequellen und beteiligt die Bürger an Investitionen und Verdienst. Einige Gemeinden produzieren heute schon mehr Energie als sie selbst benötigen und verkaufen diese gewinnbringend an Nachbargemeinden.

Achten Sie bei den kommenden Wahlgängen ganz genau darauf, für die richtigen Leute zu stimmen. Damit auch Sie bei sich zu Hause aus der teuren Umklammerung der Energieriesen und deren hörigen Stadtwerken, die aus reiner Bequemlichkeit gar nichts zur regionalen Energiewende beitragen wollen, entkommen werden. Starke Bürgermeister braucht die Bodenseeregion! (Gehen Sie bitte nicht den extremen Parteien auf den Leim die auf Ihren Plakaten für bezahlbare Energie werben und sich gleichzeitig für Kernkraft und gegen Windkraft einsetzen. Wahrscheinlich haben diese Leute die Grundschule geschwänzt als gerade Rechnen dran war).

Und jetzt noch die kuriose Meldung aus Oberbayern: Die Gemeinde Apfeldorf integriert „Kuhl Energy“ in ihr Wärmekonzept. Abwärme aus Kuhmilch wird in das Wärmenetz eingespeist wie BR24 unlängst berichtete. Das zeigt die vielen praktischen Ideen auf, die in der Bevölkerung entstehen, wenn alle zusammen das Ziel verstanden haben und anfangen an einem Strang zu ziehen.

Und das Ziel heisst selbst Verantwortung übernehmen um direkt von den wesentlich geringeren Kosten der erneuerbaren Energien zu profitieren. Und ganz nebenbei hilft dies auch unserer Umwelt.

 

Titelbild: Anastasiia Chepinska @ unsplash.com

 

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