In unseren Köpfen ist Afrika mit sehr viel Sonnenschein verknüpft. Das liegt an den vielen Wüsten wie die Sahara oder die Namib. Die nordafrikanischen Länder wie Marokko, Tunesien oder Ägypten sind beliebt bei sonnenhungrigen Touristen.
Aber wie steht es um die Erzeugung von Sonnenstrom in diesem sonnenreichen Kontinent mit 1,5 Milliarden Einwohnern?
Ein aktueller Bericht im PV-Magazin hat mich dann doch sehr nachdenklich gestimmt. Im letzten Jahr wurden in Afrika ein starkes Wachstum verzeichnet und 16 Gigawatt an Photovoltaik neu installiert. Damit hat sich die insgesamt installierte Kapazität an Sonnenstromerzeugung auf 64 Gigawatt erhöht. Die Zahlen sind etwa vergleichbar mit denen von Deutschland. Deutschland hat aber nur etwa 1 Prozent der Fläche Afrikas oder 5 Prozent der Einwohner.
Beim Betrachten der globalen Sonneneinstrahlung in der Grafik unten können wir schnell erkennen, dass in vielen Teilen Afrikas etwa dreimal so viel Sonne scheint als bei uns in Deutschland. Wir kommen auf etwa 130 Tage Sonnenschein. Im Sonnengürtel sind es of mehr als 350 Tage!

Warum ist das in der öffentlichen Diskussion in Deutschland kein Thema? Wir könnten sehr günstig grüne Energie aus Afrika importieren und gleichzeitig helfen, dass die Energieversorgung für die 1,5 Milliarden Einwohner Afrikas klimafreundlich wird.
Mit der Ernte von günstigem Sonnenstrom in Afrika würden dort Arbeitsplätze und Wohlstand entstehen. Das ist der beste und einfachste Weg, um Bevölkerungswachstum und Flüchtlingsströme zu reduzieren.
Das sollte doch ein Thema von hoher Priorität für unsere Regierung und die Wirtschaft sein – oder?


