Was passiert gerade mit den Wasserstoff Tankstellen?

Der Tankstellen Betreiber H2Mobility baut ab 2026 sein Netz für die wachsenden Anforderungen des Schwerlastverkehrs um. Das Ziel ist es eine neue Generation von Wasserstofftankstellen einzuführen.

Diese sollen wesentlich leistungsfähiger und störungsfreier werden. Insbesondere Busse und LKW, die mit 350 bar Tanksystemen ausgerüstet sind, sollen in weniger als 15 Minuten betankt werden können. Weiterhin werden die neuen Standorte danach ausgerichtet, wo sich aktuell eine hohe Nachfrage abzeichnet. Einige Tankstellen der ersten Generation werden dagegen geschlossen, da sich der Markt mit Personenfahrzeugen langsamer entwickelt hat als bisher angenommen. Im Nutzfahrzeugsegment laufen gerade unterschiedliche Feldversuche von LKW Herstellern in Zusammenarbeit mit großen Speditionen, um im konkreten Betrieb die Vorteile batterieelektrischer Antriebe mit H2 Brennstoffzellen Antrieben und seriellhybriden Elektro-Verbrenner-Antrieben zu vergleichen.

Wie schon mehrfach bei e2connect.org besprochen, kommt es auf das Einsatzprofil des jeweiligen Fahrzeugs an, welche neue Antriebstechnologie sich am besten eignet.

Entgegen der lauthals verkündeten Äußerungen der Lobbyisten gibt es nicht die eine und einzig beste Antriebstechnologie.

Es ist nun wichtig für die Betreiber von Ladestationen und Tankstellen besser zu verstehen, wie sich der Markthochlauf für Busse, LKW und Entsorgungsfahrzeuge gestaltet, um dafür eine zielgerichtete Infrastruktur zu gestalten.

Wir sind sehr gespannt darauf, wie schnell sich die Speditionen positionieren werden und wie der Markthochlauf aussehen wird. Wenn wir einen Blick in die Zukunft wagen wollen, werden Kurzstrecken Lieferwagen gut batterieelektrisch fahren. Schwere LKW und Langstreckenfahrzeuge werden mit steigendem Angebot an Wasserstoff und E-Methanol die Gewichts- und Reichweiten-Vorteile nutzen.

Um die Speditionen zu unterstützen, bietet zum Beispiel das Unternehmen Hylane unterschiedliche Mietfahrzeuge mit einem Fullservicepaket an. Damit werden die Speditionen von der Organisation entlastet und zahlen nur eine Gebühr pro gefahrenem Kilometer, ähnlich wie in der Schweiz bei h2energy.ch.

H2Mobility hat sich übrigens zum Ziel gesetzt, ab 2028 ihre Tankstellen vollständig mit grünem Wasserstoff zu versorgen.

Die Bundesregierung hat ganz aktuell einen Förderaufruf für H2-Tankstellen und H2-LKW veröffentlicht. Mit 220 Millionen Euro ist der Fördertopf gut gefüllt. Mehr Informationen finden Sie hier.

Auch Bayern hat ein Förderprogramm in Höhe von 35 Millionen Euro für H2-Nutzfahrzeuge aufgelegt. Hier finden Sie mehr Details.

 

Titelbild: H2Mobility Pressefoto

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2 Kommentare

  1. Ich sehe den Weg, den H2 Mobility aktuell einschlägt, als falsch an. Als Fahrer eines Brennstoffzellen-PKWs erlebe ich die Folgen direkt: Wenn man z.B. die A2 befährt, wurden dort insgesamt 3 Wasserstofftankstellen geschlossen (Rheda-Wiedenbrück, Hannover und Braunschweig), Ende 2024 auch Kamen. Wenn wenigstens die alten Wasserstofftankstellen erhalten blieben, bis die geplanten (die teilweise auch wieder verschwinden) eröffnet werden, wäre es nachvollziehbar. Aber so werden auch die letzten Brennstoffzellenfahrer vergrault.
    Des Weiteren tut sich südlich von Hannover, zwischen Kassel und Leipzig ein großes „Loch“ ohne Wasserstofftankstellen auf.
    Eine Lösung könnte sein, die Tankstellen, die ursprünglich für den ÖPNV oder Müllfahrzeuge (z. B. von Stadtwerken) gebaut wurden, auch für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Ich hoffe, dass mit dem Wasserstoff-Kernnetz – ähnlich wie bei Erdgastankstellen – direkt an den Leitungen neue Stationen entstehen. Das wäre nicht nur praktischer, sondern auch kostengünstiger.
    Bis dahin bleibt nur: Durchhalten – in der Hoffnung, dass sich die Situation bald bessert.

    1. da kann ich Ihnen nur zustimmen.

      Weder in der Politik noch bei den Unternehmen gibt es bei uns eine ganzheitliche und langfristig orientierte Strategie.
      China und Süd-Korea sind da ganz anders unterwegs.
      Wasserstofferzeugung, Infrastruktur und Nutzung müssen ganzheitlich gedacht werden.
      Für Lkw wird gerade das Wasserstofftankstellennetz aufgebaut, auch mit 700 bar. Da können die Pkw wieder profitieren
      Ich nehme an, dass BMW seinen X5 Wasserstoff auch in Deutschland verkaufen will. In der Schweiz ist das H2-Netz sehr gut.

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