Regionale Arbeitsplätze mit Erneuerbaren Energien schaffen

Seit der Gründung von e2connect/Bodensee ist die Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen in der Region eines unserer zentralen Themen. Auf der Titelseite unserer Homepage hatten wir das so verankert:

Jetzt zeigt eine aktuelle Studie , dass der Ausbau erneuerbarer Energien sich zunehmend zu einem wirtschaftlichen Faktor für Regionen entwickelt. Bereits im Jahr 2023 erzeugten Windenergie- und Photovoltaikanlagen in Deutschland rund 10 Milliarden Euro direkte Wertschöpfung und sicherten etwa 51.000 Vollzeitarbeitsplätze. Diese Werte sollen sich bis 2033 verdoppeln. Mit dem Ausbau wächst auch der Bedarf an qualifizierten Fachkräften.

Aus Sicht der Autoren der Studie besteht ein großes ungenutztes Potenzial: Kommunale Beteiligungen, Bürgerenergie-Gesellschaften und regionale Investitionsmodelle könnten dazu beitragen, die lokale Wertschöpfung zu erhöhen und gleichzeitig die Akzeptanz für neue Projekte zu stärken. Diese Aussage zum ungenutzten Potential deckt sich sehr gut mit den Erfahrungen, die ich in den letzten Jahren in meinem Umfeld gemacht habe. Auf der einen Seite gibt es „Pilgerströme“ zu den Pionieren wie Wilpoldsried und viele politische Willensbekundungen. Auf der anderen Seite herrscht aber in sehr vielen Kommunen Stillstand, was die konkrete Umsetzung der Energiewende betrifft.

Das dazu passende, historische Beispiel in der Bodenseeregion ist die Illwerke vkw AG in Vorarlberg. Vor mehr als 100 Jahren begann man dort die Wasserkraft zu nutzen. Daraus ist ein Energie-Unternehmen mit heute etwa 1.600 Mitarbeitern und einem Umsatz von 1,7 Milliarden Euro entstanden.

Warum soll sich die Geschichte auf der Basis der modernen Erneuerbaren Energien nicht wiederholen?

Dieser Tage gab es eine interessante Meldung aus der Ostallgäuer Gemeinde Biessenhofen. Die Firma Nestle  stellt dort mit rund 700 Mitarbeiter:innen unter anderem Säuglingsmilchnahrung her. Gemeinsam mit dem Landwirt Gerhard Metz wurde jetzt die „Cow-PV“-Anlage eingeweiht. Die Agri-PV-Anlage auf einer 4,74 Hektar großen Fläche hat eine  Leistung von 4,5 Megawatt und versorgt jetzt das Nestle Werk und die dort installierten Wärmepumpen mit heimischem und sehr kostengünstigem grünen Strom. Die Module der PV-Anlage sind aufgeständert in 2 Metern Höhe montiert. Sie spenden damit 50  Kühen an sonnigen Tagen Schatten und bieten bei Niederschlag angenehmen Schutz (siehe Titelbild). Auf der Fläche finden sowohl Muttertiere als auch Kälber und Jungtiere Platz. Das ist insgesamt ein tolles Beispiel für regionale Wertschöpfung und optimale Nutzung vorhandener Synergien.

Wir freuen uns auf viele weitere Beispiele, die den Wohlstand in der Region sichern und gleichzeitig das Klima schützen.

 

Titelbild: Nestle Pressemitteilung

 

 

 

 

 

 

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Ein Kommentar

  1. Die regionalen Beispiele sind wichtiger als irgendwelche Großprojekte, die auch nie in unsere kleinteilige Infrastruktur passen würden.
    Der Rückblick auf die innovativen Vorarlberger sollte aber auch Mut machen, den Ausblick auf eine nachhaltigere Zukunft zu richten und endlich ins Umsetzen zu investieren. Ohne „Kompliziert“ – sondern mit den vorhandenen Möglichkeiten, die im Dreiländereck schon immer da waren. Firmen wie Sulzer in Winterthur, Sulzer Escher-Wyss in Lindau und Lauterach hatten das Know-how für Wärmepumpen vor über 40 Jahren schon erfolgreich produziert.
    Die „Nachfolge-Firmen“ sind auch jetzt noch da und können inzwischen auch mit modernsten Technologien wieder eingesetzt werden…
    See- und Oberflächenwasser, gereinigtes Abwasser, Strom aus Wasserkraft und ein relativ milder Klima – wir haben alles was eine moderne Infrastruktur für die Gebäude-Versorgung zukünftig braucht.
    Sogar BürgerGenossenschaften gibt es in der Region, die mitziehen wollen, wenn denn die regionale Kommunalpolitik die Beteiligungen an möglichen Projekten ermöglicht!

    Machen – ist wie wollen wollen – nur krasser! Nur Mut – die Region kann‘s!

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