Tatsächlich gab es diese Woche ganz andere Schlagzeilen zum geplanten neuen Heizungsgesetz, wie z.B.: „Ein energiepolitischer Offenbarungseid“. Auf alle Fälle muss die „Habeck`sche Katastrophe“ weg, so oder so ähnlich äußerten sich ganz viele Politiker und Journalisten.
Dabei kann sich jeder in nur wenigen Minuten die Fakten aus dem Internet herausfischen:
Das Wichtigste: Das Gebäudeenergiegesetz bekommt jetzt einen neuen Namen: Gebäudemodernisierungsgesetz. Es soll auf keinen Fall erkennbar sein, dass das bisherige Gesetz von der letzten schwarz-roten Koalition und aus der Feder des damaligen Wirtschaftsministers Peter Altmaier stammt. Jetzt muss die neue schwarz-rote Koalition schon Flagge zeigen!
Auf die vielen anderen diskussionswürdigen Aspekte der medialen Achterbahn will ich hier nicht eingehen.
Mir fällt nur immer wieder auf, dass niemand über den zum Betrieb der Wärmepumpen notwendigen Strom redet. Dass das ganz schön viel Strom ist, weiß jeder Besitzer einer Wärmepumpe. Mann kann das auch im Internet nachlesen, so wie ich es in meiner Recherche vor einigen Wochen getan habe. Dort hatte ich auch aufgezeigt, dass in den dunklen Wintermonaten nur sehr wenig Sonnenstrom zur Verfügung steht und dieser schon gar nicht für den Betrieb von Wärmepumpen ausreicht.
Also kann der zusätzlich notwendige Strom zum größten Teil nur aus Gaskraftwerken kommen. Wir verlagern damit den Gasverbrauch vom Heizungskeller in das Kraftwerk. Um dann den Strom von den zusätzlich notwendigen Kraftwerken wieder zur Wärmepumpe im Haus zu bringen, muss auch noch das Stromnetz ausgebaut werden. Hierzu ein kleines Rechenexempel: Nehmen wir an, alle 21 Millionen Heizungen in Deutschland erzeugen die Wärme über eine Wärmepumpe. Lassen wir, konservativ geschätzt, in den kalten Winternächten nur die Hälfte davon gleichzeitig und mit einer Leistung von je 5 Kilowatt in Betrieb sein, dann brauchen wir für deren Betrieb zusätzlich 50 Gigawatt an Leistung im Netz. Das verdoppelt den heutigen nächtlichen Strombedarf. Strom von der Sonne gibt es im Winter viel zu wenig und der Wind lässt sich ebenfalls für viele Tage, manchmal Wochen nicht blicken. Um das herauszufinden sind nicht viel mehr als die Grundrechenarten und eine kurze Internetrecherche notwendig.
Die dann notwendigen Gaskraftwerke und der Netzausbau kosten hunderte von Milliarden Euro. Wenn jetzt im Vorschlag zum neuen Gebäudemodernisierungsgesetz steht: Man soll auch die traditionellen Heizungen mit Biomethan, E-Methan oder Wasserstoff, geliefert über die vorhandenen Gasinfrastruktur, betreiben können, dann könnten wir uns doch die hunderte von Milliarden Euro, die wir sowieso nicht haben, einsparen – oder?
Damit sind wir zurück bei der Schlagzeile, die ich so sehnsüchtig erwarte:
Hunderte von Milliarden Euro eingespart – da seid ihr auf dem richtigen Weg, liebe Bundesregierung!
Eine ganzheitliche Betrachtung unseres Energiesystems der Zukunft ist die Basis für eine bezahlbare und funktionierende Energiewende.


