Elektrische Nutzfahrzeuge mit Range-Extender

Über die Reichweitenverlängerer (Rang Extender) hatten wir schon öfters berichtet. Inzwischen gibt es 81 Pkw-Modelle, vorwiegend von chinesischen Herstellern. Die traditionellen Autofirmen bieten bislang nur sieben Modelle zum Kauf an.  Das ist schon etwas verwunderlich, nachdem diese Variante des elektrischen Fahrens eine ganze Reihe von Vorteilen bietet: Die Batterie ist sehr viel kleiner als beim rein Batterie-elektrischen Fahrzeug, das damit leichter und kostengünstiger wird. Für die Kunden ist es attraktiv, weil die Fahrzeuge, falls notwendig und wie gewohnt an der Tankstelle aufgetankt werden können. Das Suchen nach Ladesäulen und die Reichweiten-Angst sind hier kein Thema.

Aber wie ist das bei Nutzfahrzeugen?

Experten wissen, dass der Wasserstoffbus von Daimler einen Range Extender E-Antrieb hat. Hier wird die Batterie über eine Brennstoffzelle während der Fahrt nachgeladen. Damit werden dann auch anspruchsvolle Fahrstrecken ohne teures Zwischenladen machbar.

Jetzt hat der international renommierte Entwicklungsdienstleister FEV über eine Studie zu den Kosten (TCO – Total Cost of Ownership) von E-Trucks mit Range Extende berichtet. „Unsere Analyse zeigt klar: Der Range Extender macht elektrische Lkw sofort wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll nutzbar – ohne Warten auf den flächendeckenden Ausbau von Hochleistungs-Ladeinfrastruktur. Genau das ist im Fernverkehr entscheidend“, sagt Dr. Norbert W. Alt, COO der FEV Group. Abhängig von Einsatzprofil und Energiemix lässt sich das Global Warming Potential gegenüber konventionellen Diesel-Lkw um bis zu 82 Prozent reduzieren.
Das hat mehrere Gründe: Die Batterie ist nur halb so groß wie beim reinen E-Truck und lässt sich in der Nacht im Depot mit einer AC-Wallbox entspannt nachladen. Das sehr teure und noch kaum vorhandene „Megawatt“ Laden ist nicht notwendig.

Was FEV, wie alle anderen, nicht thematisiert hat: Der sehr teure Ausbau des Stromnetzes und die für die Bereitstellung der temporär sehr hohen Leistungen notwendigen Spitzenlastkraftwerke können wir uns einsparen. Mit „uns“ ist noch ein weiterer Kritikpunkt gemeint: Die Fahrzeughersteller gehen davon aus, dass diese Kosten (Netzausbau und Spitzenlastkraftwerke, aber auch die Schnellladeinfrastruktur) vom Steuerzahler übernommen werden. Spätere Gewinne verbleiben dann natürlich bei den Unternehmen bzw. deren Aktionären.

Eine perfekte Anwendung von Range Extendern wären Wohnmobile. Hier bereitet das große Gewicht der Batterien den Entwicklern der E-Wohnmobile das größte Kopfzerbrechen. Die Fahrzeuge sind aufgrund der komfortablen Ausstattung schon an der Grenze des Machbaren. Da bleibt für viele hundert Kilogramm an Batteriegewicht kein Platz mehr.

Nachdem inzwischen unsere traditionsreichen Firmen wie Bosch, Mahle und ZF Range-Extender in ihrem Produktportfolio haben, sollten wir bald auch die Fahrzeuge auf der Straße sehen.

Titelbild: Range-Extender für Pkw; Quelle Obrist Power Train

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