Diese Frage stellte sich mir beim Lesen von aktuellen Berichten gestrandeter Urlauber, die sich Lebensmittel in den Supermärkten von Abu Dhabi besorgten. Die Golfstaaten bestehen ja zum allergrößten Teil aus Wüste und dort ist es mit dem Anbau von Obst nicht so ganz einfach. So verbraucht die Landwirtschaft in Saudi Arabien mehr als 80 Prozent des schnell weniger werdenden Grundwassers. Das sind etwa 12 Milliarden Kubikmeter pro Jahr. Zunehmend wird auch Wasser aus der Meerwasserentsalzung für die Landwirtschaft verwendet. Da sind aktuell etwa 3,8 Milliarden Kubikmeter pro Jahr.
Wussten Sie, dass für die Erzeugung unserer Lebensmittel weltweit etwa 70 Prozent des immer knapper werdendem Süßwassers verbraucht werden?
In den Golfstaaten müssen etwa 90 Prozent des Lebensmittel per Schiff oder Flugzeug importiert werden – das basiert natürlich zu 100 Prozent auf fossilen Kraftstoffe.
Heute leben knapp 60 Millionen Menschen in dieses Wüstenstaaten. Zehnmal so viel wie noch vor 50 Jahren! Dazu kommen jedes Jahr noch etwa 100 Millionen Besucher in die Region. Die wollen auch alle Essen und Trinken.
Die meisten Zeitgenossen in den Erdöl-verbrauchenden Regionen dieser Welt glauben, dass Erdöl immer weiter fließt. Die Erdöl-produzierenden Staaten der Golfregion wissen aber ganz genau, dass das Geschäft mit dem Erdöl endlich ist. Um das zu kompensieren soll immer mehr Wertschöpfung und damit Arbeitsplätze in den Golfstaaten entstehen. Das heißt die Bevölkerung in der Wüste wird weiter wachsen und braucht in Folge immer mehr Trinkwasser und immer mehr Lebensmittel.
Bekommen eigentlich die Einwohner und Touristen der Golfstaaten auch Obst vom Bodensee? Das Internet sagt, dass das eher die Ausnahme ist. Obst kommt meist aus Ländern wie der Türkei, Ägypten, Südafrika oder südeuropäischen Ländern. Allerdings ist Käse aus dem Allgäu und der Schweiz in der Wüstenregion sehr beliebt.
Meine Recherche hat auch gezeigt, dass die Preise der importierten Lebensmittel in der Golfregion nicht viel höher sind als bei uns. Das bedeutet, dass die Kosten für Transport über tausende von Kilometern, meist mit energiefressender Kühlung, kaum eine Rolle spielen – bislang!
Fazit: Schön, dass wir in einer Region leben, die genügend Trinkwasser und exzellente heimische Lebensmittel bietet.


