Podcast: Kraftwerke aus Ladestationen

In einem neuen Podcast von Auto Motor und Sport erzählt Thomas Speidel, CEO von ADS-TECH, nicht nur über die Entstehung seiner Innovation, sondern auch über deren strategische Bedeutung für die E-Mobilität.
Um was geht es?
Schnellladesäulen spielen eine große Rolle für die Akzeptanz der E-Mobilität. Möglichst schnell soll der Ladevorgang beendet und die Weiterfahrt möglich sein. So etwas kostet natürlich viel Geld. Wobei ein ganz großer Teil der Kosten beim Netzanschluss anfällt. Gerade bei den Autobahn-Raststätten ist der notwendige Mittelspannungsanschluss oft sehr weit weg und besonders teuer. Für die temporär hohen Leistungen zum Schnellladen braucht es auch zusätzlichen Strom aus Spitzenlastkraftwerken und insgesamt einen extrem teuren Ausbau des Stromnetzes.
Was macht ADS-TEC anders?
Die Schnellladesäulen sind mit einem Batteriespeicher gekoppelt. Dieser kann langsam aus dem vorhanden Netzanschluss aufgeladen werden. Das E-Auto kann dann unabhängig vom Netz aus dem Speicher so viel Strom ziehen, wie es gerade braucht, um die Fahrt schnell wieder fortzusetzen.  Das ist unter dem Strich sehr viel billiger als Netz- und Kraftwerksausbau.
Es gibt aber noch einen weiteren, großen Vorteil: Schnellladesäulen werden nur zu etwa 10 Prozent der Zeit genutzt und können nur dann Geld verdienen. Der Speicher kann aber rund um die Uhr Geld verdienen. So kann er billigen Überschussstrom zukaufen oder in Zeiten, wenn der Strom im Netz knapp und teuer ist, diesen auch wieder verkaufen. Das ist viel geschickter, als das so gerne diskutierte „Vehicle to Grid“ Prinzip. Autos sind eher selten mit dem Netz verbunden.
Noch ein wichtiger Aspekt aus Sicht des Klimaschutzes: Der Speicher kann beispielsweise den vielen Sonnenstrom zur Mittagszeit ernten und dann nach Sonnenuntergang das E-Auto mit diesem grünem Strom laden. Heute kommt der Strom nach Sonnenuntergang meist aus einem fossilen Kraftwerk und dann wird die Klimabilanz schrecklich schlecht.
Hören Sie sich einfach die spannende Unterhaltung mit Thomas Speidel an: Hier geht es zum Podcast: link

Blogbeitrag teilen

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Das könnte Sie auch interessieren ...

Mehr Apps als Kilometer

Kürzlich sind wir mit unserem E-Auto das erste Mal eine längere Strecke gefahren – fast 1200 Kilometer. Die Fahrt selbst war angenehm, leise und entspannt.

Weiterlesen »