Equinox – der Frühling ist da

Heute, am 20.März sind der Tag und die Nacht gleich lang – das nennt man auch Equinox. Bis zum 22.September sind die Tage wieder länger als die Nächte, und es gibt zunehmend mehr Sonnenscheinstunden und damit auch mehr Sonnenstrom. Zeit um das Thema etwas genauer zu betrachten.

Freunde der Natur kennen die Zusammenhänge. Wer es konkret wissen will, schaut auf der Internetseite des Deutschen Wetterdienstes nach.

Wieviele  Sonnenscheinstunden hatten wir denn in Deutschland im letzten Jahr? Mit 1.940 Stunden lagen wir deutlich über dem langjährigen Mittelwert von etwa 1.500 Stunden. Das heißt aber auch, dass zu knapp 80 Prozent der Zeit eines Jahres (8.760 Stunden) keine oder nur sehr wenig Sonne scheint. Wie wir alle wissen, ist das auch noch sehr ungleich verteilt. In den Wintermonaten liegen wir bei etwa 60 Sonnenscheinstunden, bzw. weniger als 10 Prozent der Zeit. In den Sommermonaten kommen wir dann auf über 30 Prozent der Zeit an Sonnenscheinstunden. Für das Laden unserer E-Autos bedeutet das aber auch, dass die zeitlichen Möglichkeiten für die direkte Nutzung des Sonnenstromes eingeschränkt sind.

Übrigens: ein paar tausend Kilometer südlich von Deutschland, im Sonnengürtel unserer Erde, gibt es mehr als 4.000 Sonnenscheinstunden an 350 Tagen im Jahr. Von dort sollten wir unsere Energie im Winterhalbjahr beziehen.

Häufig höre ich das Argument, dass die Photovoltaik auch bei bewölkten Wetter Strom liefert. Da stellt sich die Frage, wie denn die Meteorologen die Sonnenscheinstunde definieren? Es wird in Zehntelstunden gemessen und alles was über 120 Watt Sonneneinstrahlung pro Quadratmeter liegt, wird als Sonnenschein  definiert. Umgerechnet auf die Photovoltaik bedeutet das, dass alles ab etwa 30 Watt pro Quadratmeter als Sonnenschein zählt. Weniger als 30 Watt pro Quadratmeter reichen dann gerade noch für den Haushalt, solange keine Waschmaschine läuft, auf alle Fälle nicht für das E-Auto. An einem sonnigen Tag ist das Laden des E-Autos natürlich ein Traum, was die Kosten und Klimabilanz betrifft. Viele haben dann aber keine Zeit zum Laden, oder der Akku ist schon voll. Und zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang wird es auch künftig keinen Sonnenstrom geben, egal wie viel Solaranlagen installiert sind. Inklusive der Regentage sind das dann – je nach Jahreszeit – zwischen 70 und 90 Prozent der Zeit, in denen der grüne Strom aus der Batterie oder dem Wasserstoff-Kraftwerk kommen muss!

Inzwischen gibt es an sonnigen Tagen immer häufiger zu viel Sonnenstrom. Je mehr Anlagen wir installieren, desto größer wird der Überschuss. In Bayern waren es im letzten Jahr deutlich mehr als zwei Milliarden Kilowattstunden, die niemand brauchen konnte und trotzdem bezahlt werden mussten. Das sind etwa 10 Prozent des erzeugten Sonnenstromes, der vernichtet wurde – Tendenz deutlich steigend.

Was tun?

Der Ausbau der Stromnetz hilft da nicht viel weiter, da meist alle gleichzeitig zu viel Sonnenstrom haben.

Nur mit dem Speichern des Stromes können wir das Problem lösen!

Dazu eine kleine Abschätzung: An langen und sonnigen Sommertagen haben wir heute schon bis zu 20 Gigawatt zu viel Strom im deutschen Netz. Rechnet man mit zehn Stunden und durchschnittlich über den Tag verteilt zehn Gigawatt zu viel Strom, dann müssten 100 Gigawattstunden (GWh), das sind 100 Milliarden Kilowattstunden, gespeichert werden – Tendenz schnell steigend.

Davon sind wir heute mit etwa 25 GWh an Speicherkapazität meilenweit entfernt. Der weitere schnelle Ausbau von Solarstrom ist im Sinne des Klimaschutzes und der Kosten der Energiewende nur sinnvoll, wenn der Ausbau der Speicher (inklusive Wasserstoff) noch sehr viel schneller erfolgt. Die Technologien für die Stromspeicherung in Batterien oder in Form von Wasserstoff sind alle vorhanden. Sie werden ständig weiter optimiert und könnten sofort genutzt werden – leider stehen wieder einmal zu viele Verantwortliche auf der Bremse. Das wollen die Regierenden leider nicht verstehen oder akzeptieren.

Zuletzt noch ein Wort zur Einspeisevergütung und der aktuell heftigen Dikussion dazu: Entscheidend ist der Eigenverbrauch des Sonnenstroms vom Dach und nicht die Einspeisevergütung. Ich habe das für meine Situation einmal kurz nachgerechnet. Mit meiner Solaranlage spare ich pro Jahr etwa 2.000 € Strombezug vom lokalen Energieversorger. An Einspeisevergütung bekomme ich 400 € pro Jahr, bei den aktuellen Werten für neue Anlagen wäre es nur noch 300 €.

Nachdem die Strompreise sehr stark vom Preis für Erdgas abhängen, werden aufgrund der Kriege die Strompreise weiter steigen.

Wer noch keine Solaranlage auf dem Dach oder Balkon hat, sollte dringend das Gespräch mit einem lokalen Solateur suchen und für einen ordentlichen Speicher sorgen.

 

 

 

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