Im April 2024 habe ich in meinem Beitrag gefragt, Was hat das schnell gelieferte Fussballtrikot mit dem Klimawandel zu tun? Damals landeten am Flughafen Lüttich in Belgien im Minutentakt Frachtflugzeuge, meist aus China. Allein im Januar bearbeitete der Zoll dort 21 Millionen Frachtanmeldungen.
Zweieinhalb Jahre später interessiert mich: Was ist aus der Flut billiger Waren geworden, die unsere Märkte überschwemmt?
2025 wurden knapp 5,9 Milliarden niedrigwertige Warenpositionen aus Nicht-EU-Ländern in die Europäische Union eingeführt. 26 Prozent mehr als 2024. Rechnerisch also rund 16 Millionen am Tag. Eine Handy-Hülle. Ein Ladekabel. Ein T-Shirt. Und manches, von dem wir ohne Werbung nicht gewusst hätten, dass wir es brauchen. Ein paar Klicks, ein erstaunlich niedriger Preis, wenig später klingelt der Paketbote.
Seit Juli 2026 erhebt die EU auf Kleinsendungen aus Nicht-EU-Ländern mit einem Warenwert bis 150 Euro eine vorläufige Zollabgabe von drei Euro je Warenkategorie. Drei Euro klingen nicht nach viel. Bei einem Artikel für zwei Euro fallen sie aber ganz schön ins Gewicht.
Anfang Oktober meldete der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland, dass die Umsätze von Temu, Shein und AliExpress im dritten Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 35,5 Prozent gesunken sind. Der Verband sieht die neuen Abgaben als wesentlichen Grund.
Und auch aus Lüttich gibt es erfreuliche Nachrichten: Die belgischen Zollbehörden registrierten dort im Juli 2026 rund 53 Prozent weniger importierte Kleinpakete als ein Jahr zuvor.
Ausgerechnet an jenem Flughafen, der mich 2024 auf das Thema gebracht hatte, zeigt sich also, dass die Paketflut nicht unaufhaltsam weiter wachsen muss.
Die EU nennt inzwischen auch die Umweltbelastung durch den massenhaften Versand als Grund für ihre Maßnahmen. Denn mit dem Transport per Frachtflugzeug aus China ist die Reise einer Handyhülle noch lange nicht zu Ende. Von dort geht es per Lkw und Lieferwagen weiter bis vor unsere Haustür. Jeder dieser Wege verbraucht Energie und verursacht Emissionen.
Fazit: Die Paketflut bekommt endlich Gegenwind.
Bild: Petra Boeger mit KI generiert


