Es war keine Überraschung: Der Wasserhaushalt der Welt ändert sich mit dem Klimawandel. Wir erleben längere Trockenperioden und dafür kurze und sehr starke Regenfälle.
Die lange Trockenheit führt auch zu sehr harten Böden, die das Wasser schlechter aufnehmen können, so dass das Regenwasser schnell abfliesst anstatt den Grundwasserpegel zu erhöhen. Wir haben es im Jahr 2026 alle miterleben können, welche Auswirkungen dies in Deutschland auf die Wirtschaft und auch unser persönliches Vergnügen mit sich bringt.
Die gute Nachricht ist: Unser Bodensee bleibt uns noch jahrhundertelang erhalten! Selbst wenn es nur noch selten regnet und schneit, begrenzt der Abfluss in den Rhein die verschwindende Wassermenge. Die Starkregenmengen fliessen wiederum schneller direkt in den See, anstatt unsere Obstplantagen zu wässern.
Wenn wir auf die aktuelle Wassertiefenkarte schauen sehen wir, wie mächtig der Bodensee ist mit über 240 Metern Tiefe. Wir sehen aber auch, wie flach der See in der Bregenzer Bucht an der Rheinmündung und um die Insel Lindau, vor Friedrichshafen oder auch am Untersee bei der Insel Reichenau ist. Dort erleben wir schon heute, wie sich neue Inseln im See bilden und auch ausgedehnte Trockenzonen an den Ufern.
Wir merken, wie klein wir Menschen sind. Wir können diesen grossen Naturphänomenen kurzfristig nicht viel entgegensetzen und müssen mit der neuen Geruchsbelästigung leben und zum Schwimmen weiter hinauslaufen, wo es noch erlaubt ist. Was passiert nun mit den wertvollen Schilfgürteln, wo unsere Vögel brüten und unsere Fische laichen?
Das Wasserwerk gibt uns Anwohnern am Bodensee Entwarnung. Hier in Lindau bekommen wir unser Trinkwasser aus 60 Metern Tiefe an der Saugstelle in Nonnenhorn. Schlimmer dran sind die Nutzer des Rheins, der als einer der wichtigsten Transportwege für die Stahl- und Chemieindustrie dient. Auch als Kühlwasserquelle für Kraftwerke fällt der Rhein zunehmend aus.
Was bleibt uns Anwohnern nun zu tun, um den Klimawandel zu mindern oder gar zu stoppen?
Hier unkommentiert ein paar Handlungsmöglichkeiten für uns alle: Richtig wählen, weniger fossile Energie verbrauchen, Wasserabläufe auf den Feldern und in den Gärten reduzieren, in den Ausbau von neuen Energien investieren, Technologien zum Abbau von übermässigem CO2 in der Luft unterstützen, bewusster einkaufen und unsere Dinge länger nutzen, weniger Reisen, weniger im Internet surfen, neue Uferflächen und Inseln kultivieren, Flächen entsiegeln, die CO2 Bepreisung unterstützen, regional einkaufen, weniger Lebensmittel schlecht werden lassen, Nachbarn fragen, wie und mit wem sie die Umstellung ihrer Strom- und Wärmeversorgung hinbekommen haben, regelmässig Informationen bei e2connect.org lesen und entsprechend handeln und selbst Beispiel geben…
Das hört sich bekannt an, bedeutet aber sehr viel, wenn wir es alle zusammen in unserem Alltag beherzigen.
Titelbild: öffentliche Tiefenkarte der IGKB


