Mehr Auto, weniger Wende?

Seit Jahren wird über eine Verkehrswende diskutiert. Bis 2030 sollen die Emissionen des Verkehrssektors deutlich sinken und der CO₂-Ausstoß um mindestens 40 Prozent gegenüber 1990 reduziert werden. Das ist sogar im Grundgesetz verankert. Dafür setzen wir auf mehr Elektromobilität, weniger Individualverkehr, bessere Bus- und Bahnangebote sowie sichere Radwege. Soweit die Theorie.

Die aktuellen Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts zeigen jedoch ein ganz anderes Bild: Im Jahr 2024 sind wir Deutschen erstmals seit 2018 wieder deutlich mehr Auto gefahren. Wir brachten zusammen rund 594 Milliarden Kilometer auf die Straße, drei Milliarden Kilometer mehr als im Jahr zuvor.

Nach wie vor legen wir den größten Teil dieser Strecken mit Verbrennern zurück: Benziner kamen 2024 auf rund 283 Milliarden Kilometer, Diesel auf 230 Milliarden.

Da stellt sich schon die Frage: Sind wir mit der Verkehrswende im Rückwärtsgang?

Interessant ist, dass die Anzahl der insgesamt zugelassenen Pkw (49,3 Millionen) nur um 0,4 Prozent gestiegen ist und inzwischen sogar 1,8 Millionen PKW (3,6 Prozent des Bestandes) E-Pkw sind, die gar keinen Sprit verbrauchen. Wie kommt es dann zu den 2,1 Prozent mehr Benzinverbrauch und 3,3 Prozent mehr Dieselverbrauch, die genau so viel mehr an CO2-Emissionen bedeuten?
Die Politiker können eigentlich nichts dafür. Schließlich sind es die FahrerInnen, die größere Autos kaufen, häufiger aufs Gaspedal drücken und längere Strecken fahren. Oder hätte die Regierung doch ein Tempolimit einführen sollen, wenn es mit der Eigenverantwortung nicht klappt?

Mich interessiert, wie Sie das sehen:
Warum fahren wir wieder mehr Auto?
Was müsste passieren, damit sich das grundlegend ändert?

Ich freue mich auf Ihre Gedanken dazu!

Link: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/auto-fahren-trendwende-100.html

 

Blogbeitrag teilen

3 Antworten

  1. Seit meiner Umsiedlung aus dem Münchner Raum an den Bodensee 2018 habe ich sämtliche Reisen innerhalb Deutschlands mit Auto oder Flugzeug unternommen, während ich vor dieser Zeit als Besitzer einer Bahncard 50 das Reisen mit der Bahn bevorzugte. Bei meinen Reisen innerhalb der Schweiz verzichte ich gerne auf das Auto und nütze den ÖNV. Den Grund muss ich hier nicht erläutern. Wir können ihn täglich der Presse entnehmen. Ich glaube auch nicht daran, dass in den nächsten Jahren das Bahnreisen in Deutschland wieder attraktiver wird.

    1. Ja, in der Bodenseeregion kann man die extremen Unterschiede zwischen DB, SBB und ÖBB hautnah erleben.
      Es ist ein Traum, mit dem komfortablen und pünktlichen Regionalzügen ins Montafon oder Rheintal zu fahren.

  2. Meiner Ansicht nach ist den meisten PKW-Nutzer*innen nicht bewußt, dass sie von jedem Liter „Sprit“ deutlich mehr als die Hälfte davon einfach wegwerfen – ohne Nutzen! Da der Verbrennungsmotor aus technischen Gründen nicht in der Lage ist, die teuer gekaufte Energie sinnig zu verwenden.

    Für die Mehrzahl der Nutzer*innen sind zwar Preis/Leistung – Verhältnisse der Fahrzeuge durch die Verbrenner-Werbung bekannt, aber dass diese üble Energieverschwender sind leider nicht.

    Kein „Verbraucher“ kauft – wenn er mag, drei Pizzen, um davon zwei einfach wegzuschmeißen!

    In diese eher plakative Aufklärung muß mehr in „Kommunikationsdisign“ investiert werden.
    Wie war das mir Geiz ist…

    Beste Grüße

Schreiben Sie einen Kommentar zu Joachim Seitz Antworten abbrechen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Das könnte Sie auch interessieren ...

Sommerpause = Zeit zum Nachdenken

Wir von e2connect engagieren uns ehrenamtlich, ganz ohne Urlaubsanspruch. Trotzdem spüren wir: Es ist Zeit für eine schöpferische Pause. Eine Gelegenheit, um durchzuatmen, nachzudenken und

Weiterlesen »

Klein, Stark, …Grün!

Nein, es geht nicht um Kaffee oder Tee. Es geht um emissionsfreie Baumaschinen. Nicht in der Zukunft sondern schon heute. Es ist besser, wenn es

Weiterlesen »