Sonne ohne Ende

Was war das für ein Sommer! So gut wie jeden Tag gab es viel, oft zu viel Sonne. Auf der einen Seite hat uns allen die anhaltende Hitzewelle zu schaffen gemacht. Das kühlende Bad im See wurde mangels Wasser im Uferbereich und hoher Wassertemperaturen auch nicht mehr so einfach. Die Pegelstände erreichten historische Tiefststände, nicht nur in unserem See. Europaweit sorgten Ernteausfälle und Waldbrände für Schlagzeilen. Gleichzeitig erreichten die Erträge aus der Photovoltaik Rekordwerte. In Deutschland stehen wir aktuell bei einem Anteil von 22 Prozent Strom aus Sonne und bei 60 Prozent aus allen Erneuerbaren Energien. Nachdem wir ein europäisches Stromnetz haben, sind auch die Zahlen für ganz Europa interessant: Der Anteil an Sonnenstrom liegt heute für 2026 bei 13 Prozent und bei 50 Prozent für Strom aus allen erneuerbaren Energiequellen. Das Diagramm aus Energy Charts der Fraunhofer Gesellschaft bietet Interessierten noch viele weitere Details zur Europäischen Stromversorgung:

 

Was bedeutet das für uns ganz persönlich?

Das wollte ich für meinen Haushalt wissen und haben die Fakten der letzen einhundert Tage, die fast durchgängig mit sehr viel Sonnenschein aufwarten konnten, zusammengezählt: Zu 95 Prozent autarke Stromversorgung! In diesen mehr als drei Monaten musste ich nur 70 Kilowattstunden vom Energieversorger beziehen, was mich etwa 26 Euro kostete. Der Rest des Stromes, der auch für das Laden unseres E-Autos diente, kam vom eigenen Dach und wurde für die Nacht in der Batterie im Keller zwischengespeichert. So habe ich in dieser Zeit 560 Euro an Stromkosten eingespart! Meine Gastherme hatte auch für einhundert Tage Ruhepause. Für das Warmwasser zum Duschen war auch die Sonne zuständig, ohne eine Rechnung dafür zu schicken. Das ist doch richtig gut – oder?

Die Sonne hat mir in den einhundert Sommertagen viel mehr Strom geliefert, als ich selbst verbrauchen konnte. Den hatte ich dann in das öffentliche Netz eingespeist. Nachdem die Nachbarn tagsüber auch wenig Strom brauchen, wäre es geschickt, den Überschussstrom von vielen Solaranlagen regional zu sammeln und daraus gut speicherbaren Wasserstoff für sonnenarme Zeit zu erzeugen.

Aktuell gibt es heftige Diskussionen über die geplanten Begrenzungen der Einspeisevergütung für neue Solaranlagen. Dazu ein wichtiger Kommentar:  Die Einspeisevergütung spielt bei der wirtschaftlichen Bilanz für den eigenen Haushalt nur eine  geringe Rolle. Der Eigenverbrauch und dessen Maximierung über einen Stromspeicher sind entscheidend!

Viele Unternehmer und Energieversorger engagieren sich immer mehr bei großen Batteriespeichern. Damit lässt sich inzwischen sehr viel Geld verdienen. Gehört der Speicher dem kommunalen Energieversorger oder dem Unternehmer, dann kann damit sehr viel Kosten für die Bürger oder die Firma einsparen.

Die Energiewende kostet nicht Geld, sie spart Geld!

Inzwischen sind in Deutschland 2,5 Millionen Heimspeicher und 1.300 Großspeicher installiert. Zusammen können Sie etwa 32 Gigawattsunden an Strom speichern (zur Einordnung der Zahlen: Der tägliche Stromverbrauch in Deutschland liegt bei 1.300 GWh). Weitere 46 GWh Batteriespeicher sind genehmigt und für noch sehr, sehr viel mehr sind bei den Netzbetreibern die Anschlüsse beantragt. Europaweit sind bereits 100 GWh Batteriespeicher am Netz. Bei diesem rasanten Wachstum werden diese bald die Kapazität der Pumpspeicherkrafttwerke (europaweit etwa 300 GWh) erreichen. Damit lässt sich dann die heute noch so wichtige Stromerzeugung aus Erdgas nach Sonnenuntergang deutlich reduzieren!

In den bald kommenden Wintermonaten wird die Sonne in unseren Breitengraden sehr viel weniger Strom erzeugen können. Dann wird der Import von grüner Energie zur nächsten großen Aufgabe. Auch hier gibt es gute Nachrichten: Der Ausbau des Wasserstoff-Kernnetzes schreitet konsequent voran.

 

 

 

 

 

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