Wer altert schneller: Akkus, Auto oder Fahrer?

„State of Health“ (SoH) – auf Deutsch: Der Gesundheitszustand und ist ein Fachbegriff in der Batteriebranche. Er ist ein Maß für die aktuelle Kapazität eines Akkus im Vergleich zur ursprünglichen Kapazität des neuen Akkus. Die Kapazität ist direkt mit der Reichweite eines E-Fahrzeuges verknüpft.

In einer aktuellen Studie wurden mehr als 8.000 Batterien von 36 verschiedenen Herstellern getestet. Durchschnittlich lag der SoH aller Fahrzeuge, von Pkw und leichten Nutzfahrzeuge, vom Neuwagen bis zu zwölf Jahre alten Elektroautos mit bis zu 257.500 Kilometern, bei 95,15 Prozent. Bei 8 bis 9 Jahren alten Fahrzeugen lag der Wert noch bei 85 Prozent und damit noch weit über der typischen Herstellergarantie von 70 Prozent.

Die Alterung ist allerdings kein typisches Phänomen von Batterien. Das gilt auch für Verbrennungsmotoren, die Fahrzeuge als solches und auch für den Fahrer oder die Fahrerin.

Die Schlüsselfrage für alle lautet: Wie kann ich denn das Altern vermeiden oder hinauszögern?

Da gibt es zunächst die kalendarische Alterung, die für alle gilt. Im Lauf der Jahre setzt einfach der „Rost“ an. Das lässt sich nicht vermeiden. Bei den Akkus gibt es dann die Zyklen-Lebensdauer, die besagt, nach wie viel mal Laden und Entladen die Kapazität auf 70 Prozent gesunken ist. Das entspricht der Fahrleistung eines Motors oder eines Fahrzeuges. Dazu ein Beispiel: Wenn ein Akku mit einer Kapazität von 100 kWh eintausend Mal vollständig be- und entladen wurde und das Fahrzeug 20 kWh pro 100 Kilometer verbraucht, dann entspricht das einer Fahrleistung von 500.000 Kilometern! Dabei sind eintausend Zyklen für einen modernen Akku kein Problem, und die Kapazität sollte danach noch deutlich mehr als 70 Prozent betragen.

Da gibt es aber noch etwas, das einen Einfluss auf die Alterung hat: Der Stress! Ob Akku, Fahrzeug oder Mensch, wer ständig am Limit ist, der altert schneller. Dazu gehören sehr hohe oder sehr niedrige Temperaturen, immer mit „Vollgas“ oder „Vollbremsung“ unterwegs oder immer nur Schnellladen, was dem dazugehörigen Fast-Food für den Fahrer entspricht.

Fazit: Keine Angst vor dem Altern – der Akku hält länger als das Auto!

Titelbild: Petra Boeger KI generiert

 

 

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