Eine frische Brise wäre so schön!

Das gilt nicht nur für das Segeln auf dem Bodensee. Auch für unsere Stromerzeugung wäre derzeit eine Brise ganz hilfreich. Die letzten zwei Wochen konnte aufgrund eines ausgeprägten Hochdruckgebietes über ganz Europa nur wenig Windstrom geerntet werden. Im heißen Sommer 2023 herrschte sogar 10 lange Wochen eine Flaute in ganz Deutschland.

Bei den sommerlichen Radtouren sorgt wenigstens der Fahrtwind für angenehme Temperaturen. So ganz nebenbei kann man auch Neues entdecken, wie einen modernen Batteriespeicher am Wegrand. Im ersten Beitrag erzähle ich, warum solche Batterie-Speicher so wichtig sind.

Frischen Wind könnte auch unsere Volkswirtschaft brauchen. Das liegt an den disruptiven Innovationen (Basisinnovationen), zu denen auch die modernen Batterien gehören, bei denen Deutschland, ganz im Gegensatz zu Asien und den USA, immer wieder gescheitert ist. Die dazu passenden wissenschaftlichen Zusammenhänge habe ich in einem kurzen Beitrag aufgeschrieben.

Die für unseren Wohlstand so entscheidende Autoindustrie steckt inzwischen in einer Flaute fest. Ford, der Pionier der Auto-Massenproduktion, steigt jetzt in das Geschäft von Batteriespeichern für die Energieversorgung ein. Ist das der Weg für unsere Schlüsselindustrie, um wieder Fahrt aufzunehmen?

Die ausgeprägten Hochdruck-Wetterlagen lassen uns im Sommer immer häufiger die Hitze spüren. Das hat mit der „menschen-gemachten“ Klimaveränderung zu tun. Winfried Hamman hat zwei aufmunternde Bücher rund um Klimaschutz gelesen und verspürt viel Hoffnung für das beste Europa aller Zeiten.

Noch eine letzte Anmerkung zum Thema Wind: „Wir brauchen den Netzausbau um den Windstrom aus dem Norden in den Süden zu transportieren“. Dieser Satz wird ständig von unserer Journalisten und Politikern wiederholt, darüber nachgedacht hat kaum jemand:  Wie kann es da sein, dass die Stromversorgung im Süden Deutschlands problemlos funktioniert, obwohl die letzten zwei Wochen kein Wind im Norden geweht hat und die Netze noch nicht ausgebaut sind? Und warum soll die Stromversorgung im Süden nicht mehr funktionieren, wenn einmal viel Wind im Norden weht? Der Süden braucht ja dann nicht plötzlich mehr Strom – oder?

Vielleicht hilft ja ein bereinigendes Gewitter am Wochenende, für das wir Ihnen alles Gute wünschen

Ihr e2connect Team

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4 Kommentare

  1. Noch mehr als im Sommer, wo wir PV Strom sehr häufig im Überschuss haben (was viel Geld kostet) „schmerzt“ uns das im Winter.

    Zwischen dem 3. und 6. Dezember, also in fast 100 Stunden fehlten uns durchschnittlich 40 bis 50 GW.
    Um das aus den Wochen vorher in diese Lücke zu verschieben, bräuchten wir also rund 4 bis 6 TWh Speicherkapazität.
    Auch wenn man nur noch 100 €/KWh (ohne Leitungen, Flächen usw.) annimmt, wären das immer noch 400 bis 600 Mrd. Investitionssumme und bei einer Nutzungsdauer von 10 Jahren 40 bis 60 Mrd. pro Jahr.
    Bezogen auf den heutigen Stromverbrauch etwa 10 ct/KWh.

    Natürlich kann man das vielleicht reduzieren, durch Lastverschiebungen und durch die Nutzung der E Auto Akkus, die dann aber am 3 Dezember hätten geladen sein müssen und dann bis zum 6. stehen bleiben müssten.

    Klar ist aber, es würde teuer werden und den Traum von sinkenden Stromkosten zerplatzen lassen !.
    Und noch klarer ist daher m.E., wir werden es in dieser Größenordnung nicht tun.
    Wir werden eher die fossilen Energieträger schönrechnen, so wie es die Chinesen kürzlich gemacht haben.

    Oder wir kommen zum flexiblen Einsatz von Strom aus Biogas, wobei dem durchaus auch begründete Argumente dagegenstehen, die z. B. die EU in dem ILUC Rechtsakt in den Blick nimmt.

    1. Wir sollten bei dieser Diskussion zwischen Strom und Primärenergie differenzieren.

      Bei der Primärenergie importieren wir heute 70 Prozent der notwendige Energie. Im Verkehr sind es fast 100 Prozent.
      Leider wird der künftige Import an Energie so gut wie gar nicht diskutiert.

      1. Strom ist im Wesentlichen Endenergie.
        Und daher ist die Elektrifizierung eine wichtige Grundlage der Energiewende, weil sie die Differenz zwischen Primärenergieverbrauch ( >3000 TWh) und Endenergie (derzeit rd. 2250 TWh) zu einem großen Teil einsparen kann. Ich denke da sind wir uns einig.

        Allerdings ist eine vollständige Elektrifizierung kaum möglich, denn es gibt Energiebedarfe die sich nicht oder nur mit großen Nachteilen, elektrifizieren lassen.
        Und für eine versorgungssicheres System sind auch „Umwege“ erforderlich (z. B. über H2) die auch Energie kosten.
        Wichtig ist daher, dass wir eine weitere Kategorie nicht vergessen, nämlich die Nutzenergie und unseren Energieverbrauch durch moderne Techniken auf den eigentlichen Zweck reduzieren.

        1. Es ist richtig, dass Strom eine Endenergie ist. Kommt er aus Sonne oder Wind – das ist Primärenergie -, dann haben wir eine großer Einsparung im Vergleich zum Strom aus thermischen Kraftwerken. Bei Fahrzeugen bezieht sich der Endenergiebedarf auf die Menge an Kraftstoff (z.B. Benzin), die verbraucht werden. Ist der Kraftstoff Strom aus Sonne und Wind, dann haben wir eine große Einsparung. Das funktioniert aber nur dann, wenn die Sonne scheint oder der Wind weht.

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