„…und jetzt: das Wetter“

Erinnern Sie sich noch an etwas aus dem Jahr 2014? Nein, ich meine nicht den Fußball, als die Nationalmannschaft zum vierten Mal Weltmeister wurde – und sich noch niemand vorstellen konnte, dass sie dies bis mindestens 2030 auch nicht mehr werden kann. Das erinnert tatsächlich auch an die so lange erfolgsverwöhnte Autoindustrie, also die deutsche…

Darum aber soll es hier überhaupt nicht gehen. Vielmehr hat uns Stefan Krauter an eine Wettervorhersage aus Frankreich für den August 2050 (!) erinnert, wo eben bereits 2014 vor den fatalen Folgen der weltweiten Erwärmung gewarnt wurde. Krauter ist Professor für nachhaltige Energiekonzepte an der Universität Paderborn (richtig: der Stadt wo es jetzt nach 6 Jahren wieder eine Mannschaft für die 1.Bundesliga gibt).

Besagte Wettervorhersage für 2050 zeigt – ähnlich wie heute – ein Bild, wo die rote Farbe bei zunehmenden Temperaturen immer dunkler wird. Diese Temperaturen schwanken in dieser Prognose aus dem Jahr 2014 alle zwischen 38 und 42 Grad. Wohlgemerkt: Gemeint war das Jahr 2050!

Wer sich nun an die Wetterkarten für Deutschland in den vergangenen „Hitze-Wochen“ erinnert, wird feststellen, dass sie nahezu austauschbar wären mit denjenigen aus Frankreich für das Jahr Jahr 2050. Das Problem: wir schreiben erst das Jahr 2026 – und scheinen demnach diese beängstigenen Auswüchse bereits 24 Jahre früher (!!) erreicht zu haben.

Zum Glück reagieren immer mehr Kommunen, die ja überwiegend dafür zuständig sind, auf diesen plötzlich „sicht- und spürbare Feind“. Neben den üblichen Sofortmaßnahmen spielen endlich auch geeignete Umbauten, z.B. der Schutz für Kitas, Schulen oder Pflegeeinrichtungen eine größere Rolle. Auch Pläne zu längst fälligen Begrünungen und Verschattungen lassen erkennen, dass es in solchen Extremsituationen niemandem etwas bringt, wenn man bei diesen Themen erst ‚mal mit dem Finger nach Berlin zeigt, oder manche gar darauf bauen, dass solche Probleme ausgerechnet von den Rechten gelöst werden könnten.

Weil Vieles davon aber immer auch am Geld liegt, dessen Mangel die wichtigen Maßnahmen oftmals verzögert oder gar verhindert, sollte die Berliner Politik sicherstellen, dass Klimaschutz bei allen Kommunen als unumgängliche Pflichtaufgabe eingestuft wird. Denn die Auswirkungen werden schließlich auch uns alle treffen.

Aus aktuellem Anlaß also nochmals zurück zu den Redewendungen im Sport, auch wenn die vermeintlich besten Repräsentanten der Politik alle in Berlin sitzen, währen die Fußball-Stars auf ganz Europa verteilt sind: In Berlin jedenfalls hat man die meisten Chancen liegen gelassen, mit denen man das schlechte deutsche Ergebnis im Jahr 2026 hätte vermeiden können; dazu gehört z.B. auch der klägliche Versuch, den „Anstrum des Gegners“, sprich: den Verkehr in den Griff zu bekommen; oder die Angst vor der gegnerischen Reaktion, um endlich das Tempolimit durchzusetzen; ebenso die Gutgläubigkeit, dass sich die Trickserei der wendigen Nutznießer bei fossiler Wärme und Öl von selbst erledigen würde; und ja, auch die überproportionale Verschwendungssucht in allen Bereichen, wo es scheint, als wäre jeder Bezug zur Normalität inzwischen verloren gegangen.

Was immer auch kommen wird: Die Chancen, bis 2030 zumindest Weltmeister bei den Maßnahmen gegen die Erderwärmung zu werden, sind vermutlich kleiner als es vielleicht irgendwann doch noch beim Fußball zu werden…

 

Bild: Uta Weik

 

 

 

 

 

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