Eine neue Tempolimit-Studie? Interessiert niemanden in der Regierung.

Auch wir haben immer wieder Stellung zu diesem Reiz-Thema genommen: Wer auf unserer Blogseite die Suchfunktion nutzt und dort „Tempolimit“ eingibt, findet fast ein Dutzend Beiträge dazu. Natürlich kennen wir all die Argumente, die den Effekt dieser Maßnahme für überschätzt, die persönliche Freiheit eingeschränkt und dieses „Alleinstellungsmerkmal Deutschlands“ – nämlich Autobahnen auch als Rennbahn nutzen zu können – für selbstverständlich halten.

Daran wird natürlich auch dieser Beitrag nichts ändern, der nun immerhin zu den ersten jenseits der 1.000 vorangegangenen gehört, die wir bisher auf unserer Website veröffentlicht haben.

Die Autoren der aktuellen Studie weisen glaubhaft nach, dass jährlich „etwa 70 bis 90 Menschen“ weniger sterben würden, wenn es diese umstrittende Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen geben würde. Streng genommen stimmen die verantwortlichen Politiker also zu, diese Menschen zu Gunsten ihrer vielfach widerlegten Überzeugung „zu opfern“. Oder drückt man hier einfach eine Auge zu, weil es zuletzt doch ohnehin „nur“ 290 Menschen waren, die  bei Unfällen auf Autobahnen ums Leben kamen? Bei dieser Betrachtungsweise gerät allerdings eine viel größere Zahl an Opfern vollkommen aus dem Blick: Es sind die vielen Tausend Hitzetoten als Folge der massiven Klimaerwärmung – und dafür ist eben der viel zu hohe CO2-Ausstoß verantwortlich, der gerade auch von schnell fahrenden Autos verursacht wird.

So ist es auch eine andere Zahl, die mich angesichts des Ringens um eine Begrenzung der CO2-Emissionen noch nachdenklicher und auch etwas fassungslos gemacht hat: Laut Umweltbundesamt, dessen Leiter der renommierte Nachhaltigkeitsforscher Prof. Dr. Dirk Messner ist, „ließen sich mit einem Tempolimit von 130 Kilometer pro Stunde auf Autobahnen und 80 außerorts insgesamt 2,7 Prozent der Emissionen des Straßenverkehrs einsparen“

Moment: 2,7 Prozent – wie hoch sind dann die Gesamt-Emissionen?

Folgerichtig stammt ebenfalls von dort auch die Information, dass der gesamte Verkehrssektor in Deutschland etwa 163 Millionen Tonnen CO2 verursacht – bisherige Tendenz: Steigend!

Okay: 2,7 Prozent davon sind dann also „nur noch“ 4,4 Millionen Tonnen CO2-Ausstoß?

Die Suche nach einem Vergleich im Internet hat dazu unter anderem folgende Aussage ergeben: 

Um diese Menge an Kohlendioxid rein rechnerisch der Atmosphäre zu entziehen, müssten über 350 Millionen junge Bäume zehn Jahre lang wachsen.

Cartoon: Uta Weik

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