Klare Preise vor dem Laden. Geht doch.

Im März sind wir mit unserem E-Auto fast 1.200 Kilometer gefahren. Die Fahrt war angenehm. Das Laden weniger. Neue Apps, neue Konten, unterschiedliche Bezahlsysteme – und immer wieder die Frage, was der Strom an der nächsten Ladesäule eigentlich kosten wird.

Damals habe ich in meinem Beitrag „Mehr Apps als Kilometer“ ein paar Wünsche aufgeschrieben.

Einer meiner Wünsche war ziemlich schlicht: Klare Preise vor dem Laden.

Ein halbes Jahr später lese ich eine Pressemitteilung des Touring Club Schweiz (TCS) – und denke: Genau das meinte ich. Der TCS hat seinen bekannten Benzinpreisradar um einen Ladepreisradar für Elektroautos erweitert. In der TCS-App kann man jetzt statt Benzin oder Diesel auch „Elektro“ auswählen. Im Preisradar der App sind die Preise von 19.000 Ladesäulen in der Schweiz aufgeführt. Es lassen sich Steckertyp, Ladegeschwindigkeit, Stromart oder Anbieter konfigurieren. Auf der Karte werden anschließend die passenden Ladestationen mit aktuellen Preisen angezeigt und verschiedene Anbieter lassen sich miteinander vergleichen.

Eigentlich nichts Revolutionäres, und das, finde ich, ist das Interessante daran. Wer mit einem Verbrenner unterwegs ist, fährt an einer Tankstelle vorbei und sieht schon von der Straße, was der Liter kostet.
Die nächste Tankstelle ist günstiger? Dann kann ich entscheiden. Niemand erwartet von mir, dass ich zuerst herausfinde, welche App ich brauche, welchen Vertrag ich abgeschlossen habe oder über welchen Anbieter ich den Kraftstoff bezahlen möchte. Beim öffentlichen Laden ist diese Transparenz noch immer keine Selbstverständlichkeit.

Die Frage sollte einfach sein: Wo kann ich laden – und was kostet dort die Kilowattstunde?

Ganz neu ist die Idee eines Ladepreisvergleichs auch in Deutschland nicht. Chargeprice vergleicht die Preise verschiedener Ladetarife an einzelnen Stationen. Ladefuchs zeigt, mit welcher Ladekarte oder App man dort günstig laden kann und bietet inzwischen auch eine Umkreissuche. GoingElectric wiederum betreibt seit vielen Jahren ein umfangreiches Ladesäulenverzeichnis mit Informationen zu Ladekarten und Tarifen. Es gibt also Informationen. Man muss nur wissen, wo man sie findet.

Und hier punktet, meiner Ansicht nach, der Schweizer Ansatz. Der TCS nimmt ein Werkzeug, das Autofahrer bereits vom Tanken kennen, und erweitert es um Elektro.

Benzin.
Diesel.
Elektro.

Klare Preise vor dem Laden. Geht doch.

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