Vor 25 Jahren hat Bene Müller die Firma Solarcomplex in Singen gegründet. Sein Ansatz mit der Beteiligung von Bürgern (Aktien oder festverzinste Genussscheine) hat sich als Erfolgsmodell erwiesen. Die vor wenigen Tagen veröffentlichten Finanzzahlen sprechen für sich (Titelbild Solarcomplex).
In den 25 Jahren entstanden rund 6 MW Dachanlagen an über 30 Standorten, rund 13 MW Freiland-Solarkraftwerke an 6 Standorten, zwei Windkraftanlagen und ca. 150 Kilometer Nahwärmenetze und Heizzentralen in vielen Bioenergiedörfern. Dazu in zwei Kleinstädten rund 30 Holzenergieanlagen mit insgesamt 12 MW
Sehr hörenswert ist der aktuelle Podcast vom Konstanzer Verein Solarlago mit Bene Müller. Dort schildert er seine 20-jährige Erfahrung mit Nahwärme-Netzen, die alle mit Solarthermie und Hackschnitzel-Anlagen beheizt werden. Die Schilderungen über die Abstimmungsprozesse mit Bürgern, Kommunen und Behörden sind sehr hilfreich. Immer wichtiger für die Akzeptanz und den Umgang mit den sehr komplexen Regelwerken wird ein professionelles Team, das die Anlagen entwickelt und betreibt.
Für alle, die sich mit Wärmenetzen und Bürgerbeteiligung beschäftigen, ist der Podcast ein Muss.



Ein Kommentar
Ich nehme allerdings an, dass dies motiviert war durch die damals sehr hohen EEG Vergütungen. Ich habe das selbst auch genutzt und weiß daher dass man damals nicht groß rechnen musste.
Die Situation hat sich allerdings geändert. Die Zeit des bloßen Ablieferns mit hohen und fixen Vergütungen ist entweder schon vorbei oder wird bald enden. Und das ist auch richtig so!.
Jetzt kommt die Zeit des echten Vermarktens, mit dem Blick auf den Bedarf, regional und im zeitlichen Verlauf.
Das erfordert mehr Überlegungen zur Standortwahl (das Netzpaket wird dazu zwingen), Flexibilisierung in der Produktion (z. B. bei Biogasanlagen) und Ergänzungen mit Speichern um zufällige Erzeugungsspitzen bedarfsgerecht zu glätten und an den Bedarf anzupassen.
Das sind neue Herausforderungen, für die die Erfahrungen der Vergangenheit nur eine begrenzte Nützlichkeit besitzen.
Aber sie sind eine Chance und notwendig, um die Energiewende zum Erfolg zu führen.