Wissen Sie, wo Dentenweiler liegt? Ganz in der Nähe von Rudenweiler, Siberatsweiler, Rengersweiler und Esseratsweiler. Oder Besser: Zwischen Lindau und dem Schloss Achberg, gleich hinter der nicht sichtbaren Grenze zwischen Bayern und Baden-Württemberg. Eine wunderschöne Gegend für Radtouren, vorbei an Muttelsee, Degersee und Schleinsee und dann entlang der Argen an den Bodensee.
Diese Woche hatte ich auf einer Radtour in Dentenweiler, direkt an einer einsam gelegenen Trafostation, einen neuen Batteriespeicher entdeckt. 318 Kilowattstunden (kWh), LFP-Battery und SVolt Energy aus Changzhou als Hersteller habe ich auf dem Typenschild feststellen können. Die große Aufschrift verrät die Firma Stromgut aus dem nahegelegenen Neukirch als Projektierer und Betreiber des Speichers. Der regionale Netzbetreiber, an dessen Trafostation der Speicher angeschlossen ist, ist das Regionalwerk Bodensee.
Wofür brauchen wir solche Speicher?
Der Blick auf die Stromerzeugung in Deutschland in der letzten Woche (diese Woche ging es genauso weiter) spricht Bände (Grafik Energy Charts):

Tagsüber hatten wir bis zu 65.000 Megawatt (MW) an Sonnenstrom erzeugt. Zum Glück liegt der Eigenverbrauch heute schon bei etwa 12.000 MW. Da bleiben aber immer noch mehr als 50.000 MW für das öffentliche Netz übrig, wobei der Bedarf (Last) gerade am Wochenende nur bei etwa 40.000 MW liegt.
Wohin mit dem überschüssigen Strom?
Nachdem wir eine stabiles Hochdruck-Wetterlage über ganz Europa hatten, war bei all unseren Nachbarn ebenfalls Sonnenstrom im Überschuss da. Entsprechend tief sanken die Strompreise tagsüber. Da hilft auch kein Ausbau des Stromnetzes, wenn niemand den Strom brauchen kann.
Es gab die ganzen letzten zwei Wochen nur sehr wenig Wind. Zum Glück für den Tag, sonst wäre der Überschuss an Strom noch größer gewesen. Aber in der Nacht fehlte der grüne Strom. In Folge musste dann bis zu 20.000 MW Strom aus fossilen Kraftwerken erzeugt werden. Die vorhandenen Speicher (Batterien, Pumpspeicherkraftwerke) reichen bei weitem nicht aus, die sind da nur der berühmte Tropfen auf den heißen Stein.
Um die fossilen Kraftwerke für die Nacht ersetzen zu können, bräuchte man mindestens 200.000 MWh an Speicher, die tagsüber den Überschuss einsammeln.
Zurück nach Dentenweiler und den Batteriespeicher: Der sammelt tagsüber den überschüssigen Strom aus den Solaranlagen in der Umgebung auf und bekommt dafür sogar noch Geld. In der Nacht gibt er ihn dann wieder ab und bekommt auch wieder Geld dafür – toll.
Jetzt hat dieser Speicher eine Kapazität von 0,318 MWh, ein guter Start für die Region. Deutschlandweit wären dann etwa 600.000 solcher Speicher notwendig. Zum Glück entwickelt sich der Markt dynamisch und wenn alle mitmachen, dann klappt das auch.
Wichtig zu wissen: Mit den Batterie-Speichern kann man nicht nur viel Geld verdienen, sondern noch viel mehr Geld einsparen, das für den Netzausbau!
Dazu passend gibt es ein Webinar zu den Erlösen mit Speichern für Freiflächen PV am 12.06.2026, 11h. Hier geht es zur Anmeldung


