Der Stellenabbau, vor allem in der Fahrzeug- und Zulieferindustrie, schreitet weiter massiv voran. In der Bodenseeregion kennen wir die Hiobsbotschaften von der ZF. Viele mittelständische Unternehmen, die am Schicksal der Großen hängen, kämpfen ums Überleben.
Da wirkte die Meldung über das Rekordniveau bei den Beschäftigten in den erneuerbaren Energien richtig wohltuend. Die Bertelsmann Stiftung hatte zusammengezählt und ist auf 436.000 Arbeitsplätze in Deutschland gekommen. Dabei stellt die die Windenergie mit 172.000 Beschäftigten den größten Anteil. Weitere wichtige Säulen sind die Biomasse mit rund 97.000 Personen sowie die Solarenergie mit einer Beschäftigung, die knapp unter der Marke von 90.000 Personen liegt.
Vor 15 Jahren hatten wir ähnlich viel Beschäftigte. Als dann die damalige Bundesregierung schlagartig die Förderung der Photovoltaik kürzte, ging es mit dieser Branche steil bergab (hier finden sie die Grafik im Bericht des Solarserver link).
Die Grafik unten (aus dem Irena Report) zeigt eindrucksvoll, dass es genau zu dieser Zeit (2012) weltweit steil bergauf ging, allen voran in China. Während in Deutschland die Zahl der Arbeitsplätze in der Solarbranche von 150.000 auf 50.000 sank und sich dann bis heute wieder auf 90.000 etwas erholt hat, stiegen weltweit die Arbeitsplätze auf 7,24 Millionen! In allen Segmenten sind es 2024 zusammen 16,6 Millionen Arbeitsplätze. Deutschland scheint mit seinen 0,43 Millionen Beschäftigten bei den Technologien der Zukunft seine Pionierrolle verloren zu haben.

Im weltweiten Vergleich ist die asiatische Dominanz nicht zu übersehen. Dabei stehen wir noch ganz am Anfang der Energiewende: 80 Prozent unserer Energieversorgung basiert immer noch auf fossilen Energien. Bei den weltweiten Investitionen fließen inzwischen 2.200 Milliarden USD in Erneuerbare Energien und „nur noch“ 1.100 Milliarden USD in fossile Energien. Das wäre doch eine Chance für Deutschland und Europa!

Anmerkung: Die Analysen der IRENA beinhalten bislang nicht die Beschäftigten im Bereich der Batterien und der E-Mobilität. Eine kurze Recherche ergibt etwa 13,4 Millionen Arbeitsplätze in diesen Bereichen. Auch hier ist die Dominanz Asiens deutlich erkennbar – warum eigentlich?
Titelbild: Petra Boeger, KI generiert;
Warum sich die traditionellen Konzerne mit den Technologien der Zukunft so schwer tun, hatten wir in einem früheren Beitrag thematisiert. Am Ende bleibt dann der Stellenabbau, denn die Konkurrenz wartet nicht.


