Die Bio-Treppe

Nein, es handelt sich nicht um eine naturbelassene oder mit veganem Öl behandelte Auf- oder Abstiegshilfe. Die Bio-Treppe ist eine Wortschöpfung aus unserer Regierungszentrale in Berlin.

Es geht um die neue Version des Heizungsgesetzes, das jetzt auch klimaneutrale Brennstoffe wie Bio-Methan, E-Methan, Wasserstoff oder Bio-Öl ermöglicht. Ich finde, dass das ein großer Fortschritt ist, auch wenn die Wärmepumpen-Branche gerade tobt und lieber ihre in Deutschland trotz hoher Subventionen besonders teuren Geräte verkaufen will. Auch unsere Stromversorger wollen gerne mit Strom und Netzausbau sehr viel Geld verdienen. Die einseitige Festlegung auf eine ganz spezifische Technologie ist immer ein Fehler, da niemand die komplexen Zusammenhänge im Voraus durchschauen kann. Bei der Wärmepumpe werden in den kalten Wintermonaten die Emissionen der ursprünglichen Gasheizung im Keller hin zum Kraftwerk verlagert, um dort den Strom für die Wärmepumpen zu erzeugen. Auch woher der viele Strom künftig einmal kommen soll, hat sich kaum jemand überlegt. Gasförmige oder flüssige Brennstoffe kann man einfacher importieren und vor allem speichern als Strom. Die Umwandlung der Brennstoffe in Wärme über den seit Jahrzehnten erprobten Brennwertkessel ist nicht nur sehr effizient, sondern auch sehr kostengünstig.  Eine Vielfalt an Technologien verhindert auch noch die so beliebten, monopolartigen Strukturen, die wir gerade bei Benzin und Diesel leidvoll erleben.

Zurück zur Wortschöpfung Bio-Treppe: Die ist eigentlich sehr gelungen. Jedes Jahr soll ab 2029 der Anteil der CO2-freien Brennstoffe stufenweise ansteigen.

Aus meiner Sicht wäre es treffender, den Anteil der fossilen Brennstoffe, der ja bis 2045 auf Null sinken muss, zu betrachten – jedes Jahr 5 Prozent weniger, dann haben wir es nach unten geschafft.

Das wäre dann so etwas wie eine fossile Abstiegstreppe – die man sich auch für die Kraftstoffe gut vorstellen könnte.

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Ein Kommentar

  1. Danke für den Beitrag, dem ich voll zustimme.

    Grüne Gase sind sicherlich kein Ersatz für Wärmepumpen, eröffnen aber eine zusätzliche Möglichkeit, dort wo diese zur Verfügung stehen. So wie im Landkreis Cham wo 9000 Haushalte mit grünem Gas versorgt werden. Sie heizen ganzjährig klimaneutral, während Wärmepumpen regelmäßig zu fossilen Gasheizungen werden, immer dann, wenn die fossilen Kraftwerke im Winter zur Stromerzeugung einspringen müssen. Und das wird noch sehr lange so bleiben.

    Im jetzigen GEG wird dagegen so getan als sei eine elektrische Wärmepumpe emissionsfrei. Auch im Jahresdurchschnitt liegen die tatsächlichen Emissionen aber nicht bei Null, sondern (im Jahr 2025) bei rund 120 g CO2 pro kWh erzeugter Wärme.
    Im Vergleich zu einer modernen Brennwert-Gastherme (210 g/kWh einschl. Vorkette) ist das zwar eine Einsparung von gut 40%, bedeutet aber auch, dass ein durchschnittliches Bestands-Wohngebäude mit 120 kWh/m2 Wärmeverbrauch und Wärmepumpe gleich viel Klimagase emittiert wie ein moderat auf 70 kWh/m2a saniertes Haus mit einer guten Gastherme.

    Dementsprechend ist es richtig, beide im Gesetz gleich zu behandeln. Und es ist richtig mehr auf Dämmung und Reduzierung des Wärmebedarfes zu setzen, als eine bestimmte Heizungstechnik vorzuschreiben.
    Erst recht gilt dies dort, wo ausreichend Restholz aus nachhaltiger Waldwirtschaft zur Verfügung steht. Denn der Restholzanfall wird durch den notwendigen Waldumbau dauerhaft ansteigen.

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