Energie aus der freien Welt

Ständig schreiben Leute über neue Abhängigkeiten durch den Import von erneuerbarer Energie aus den Wüsten der Welt. Haben diese Leute überhaupt schon mal auf die Weltkarte geschaut?

Die Weltbank gibt kostenlose Karten heraus auf denen ersichtlich ist, wo es sich am meisten lohnt, Solaranlagen zu betreiben. Natürlich denken unerfahrene Leute zuerst an die traditionellen Ölförderstaaten, und viele reisen mit gutem Mut zum Einkaufen und zu Dünen-Autorennen dorthin. Es lohnt sich aber mal, etwas genauer hinzusehen.
Es gibt eine ganze Reihe von Staaten, die bisher nicht mit fossilen Energien reich werden konnten, die aber geeignetes Land für die Erzeugung von erneuerbarem Strom, Wasserstoff und dessen Derivaten haben. Darunter gibt es auch genügend Staaten, die politisch stabil genug sind, um neue Partnerländer für Europa zu werden.

Der Sonnengürtel der Welt bietet riesige Flächen für den Aufbau von PV gestützten eMethanol Anlagen an. Bild: Weltbank
Der Sonnengürtel der Welt (rot bis rosa) bietet riesige Flächen mehr als ausreichend für den Aufbau von tausenden PV-gestützten eMethanol-Anlagen an. Bild: Weltbank

Wir können es uns also selbst heraussuchen, ob wir weiterhin von den bekannten despotischen Herrschern erpressbar bleiben möchten oder neue Partner suchen und mit ihnen eine Energieversorgung zum gegenseitigen Nutzen aufbauen.

In Deutschland sind gerade alle begeistert, dass unsere Minister durch Arabien touren und sich bei den Öldiktatoren anbiedern. Vielleicht hätten Sie besser vorher nochmal auf die Weltkarte geschaut und sich verlässlichere Alternativen gesucht.

Es gibt schon eine ganze Reihe neuer Abkommen der EU z.B. mit Marokko, Ägypten, Namibia und Südafrika, also Länder in Afrika die uns nahe liegen. Für die Versorgung von Nord- und Südamerika bietet sich Chile mit der weltweit besten Sonnenkraft in der Atakama Wüste an und auch Mexico. Für die Versorgung von Asien bietet wiederum West-Australien sehr gute Voraussetzungen.

Die angesprochenen Länder können damit ihre Wirtschaft stärken und Arbeitsplätze entwickeln, indem sie mit der Unterstützung der großen Industrienationen direkt vor Ort Produktionsanlagen für Solarmodule und Infrastruktur aufbauen. So ist es der EU möglich, sich mittelfristig aus der grotesken Umklammerung durch Arabien, Russland, China und den USA zu lösen.

 

Titelbild:   Wolfgang Hasselmann @ unsplash.com

Blogbeitrag teilen

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Das könnte Sie auch interessieren ...

Net schwätza, me schaffa!

Diese schwäbische Philosophie (nicht viel reden, lieber gleich richtig anpacken) – konnte ich vor 20 Jahren hautnah erleben, als ich die Ulmer kennen und schätzen

Weiterlesen »