Was für ein herrlicher Tag am Bodensee! So viele engagierte Mitarbeiterinnen aus Bayerns Landeshauptstadt und unzählige Menschen an der Seepromenade Lindaus, die all die Stände besuchen, die uns Europa noch näherbringen sollen. Vor uns der See, auf dem sich heute besonders viele Segel- und Sportboote tummeln. Dieser See symbolisiert das Verbindende unseres Dreiländerecks besonders gut: Die Schweiz, Österreich und Deutschland – hier kommen sich Europäer besonders nahe, verbunden durch ihre gemeinsame Geschichte, Kultur und Wirtschaft.
Wie gut, dass es seit über 50 Jahren die Internationale Bodenseekonferenz (IBK) gibt, die dieses soziale Miteinander repräsentiert und fördert. Zudem koordiniert sie wichtige Themen, die die zehn Kantone und Bundesländer am See betreffen, und die dann von den handelnden Politikerinnen umgesetzt werden. Vor 50 Jahren war es die gemeinsame Anstrengung, durch den Bau von Kläranlagen den See wieder sauber zu bekommen. Heute rückt immer mehr die Energiewende mit der gesetzlich verankerten Klimaneutralität in den Vordergrund. Für diese Mammutaufgabe bleibt nur noch wenig Zeit. Eine gemeinsame, koordinierte Vorgehensweise, wie bei den Kläranlagen vor 50 Jahren, wäre dringlich.
Wir als Team von e2connect/Bodensee hatten das in unserer Machbarkeitsstudie von 2023 vorgeschlagen. Gerade bei den Kraftstoffen für die Schiffe ist eine gemeinsame Beschaffung und einheitliche Infrastruktur essentiell.
Auch beim Import von grünem Wasserstoff, der von allen Anrainerstaaten mit hoher Priorität vorangetrieben wird, wäre eine koordinierte Vorgehensweise mehr als wünschenswert, gerade um Bedarf und Beschaffung in Einklang zu bringen.
Die IBK kann hier als Katalysator und Moderator eine wichtige Rolle spielen. Die konkrete Umsetzung und Förderung liegt dann bei den jeweiligen Regierungen und Unternehmen. Dies war ja auch der Ansatz bei unserer Machbarkeitsstudie „Emissionsfreie Schifffahrt auf dem Bodensee“. Die IBK hatte das Thema diskutiert und für wichtig befunden. Die Bayerische Staatskanzlei hatte dann die Studie, die in enger Abstimmung mit der IBK und den Behörden erfolgte, in Auftrag gegeben. Am Ende war es dann ein tolles Gefühl, als alle politischen Verantwortlichen aus Bayern, Baden-Württemberg und den Anrainerstaaten anwesend waren und unsere Ergebnisse und Empfehlungen so positiv aufgenommen haben.
Einiges ist inzwischen auch passiert, gerade bei den Sportverbänden, die sich stark zum Thema E-Fuel engagiert haben. Jetzt wäre es schön, wenn auch die Berufsschifffahrt den Weg weg vom fossilen Diesel schaffen würde. Das geht am Besten gemeinsam. Gerade auch rund um das Thema Wasserstoff, ob für Verkehr, Wärme oder Industrie gäbe es unendlich viel zu tun – gemeinsam!
So wird der europäische Gedanke gewiss auch in dieser Hinsicht weiterhin eine wichtige Rolle spielen, auch wenn er sich momentan – zumindest rund um den Bodensee – eher zu einem zwar freundlichen, aber unabhängigen Nebeneinander entwickeln könnte. Wir jedenfalls hoffen, dass es wieder zu mehr gemeinsamen Projekten für eine saubere und resiliente Zukunft kommt.


