Die Euphorie war groß, als vor mehr als 15 Jahren die Grünen die Wahl zum Baden-Württembergischen Landtag gewannen und seitdem die Regierung führen. Jetzt schaffen wir die Energiewende und begrenzen den Klimawandel, so die einhellige Meinung der Experten.
Im Sommer 2024 hatte die damalige und heutige Umweltministerin von Baden-Württemberg in einer Pressemitteilung stolz verkündet, die Klimaziele 2030 zu erreichen. Meine damalige Bewertung der Aussagen des Umweltministeriums hat viele Fragezeichen generiert. Ähnlich ging es mir vor wenigen Monaten mit einer Pressemitteilung des Umweltbundesamtes zur Erreichung der Klimaziele 2030. „Dürfen Behörden und Politiker die Bevölkerung bewusst täuschen?“, war dazu die provokante Überschrift meines Beitrages.
Da war es für mich natürlich super spannend, die Ergebnisse des Sachverständigenrates zum Fortschritt bei der Reduktion von Klimagasen in Baden-Württemberg zu lesen. Das Ergebnis für 2025:
Die Treibhausgasemissionen sind 2025 deutlich gestiegen und nicht wie geplant gefallen!
Die rund 100 Seiten des Berichtes liefern viele interessante Informationen zu den Hintergründen und erforderlichen Maßnahmen. An dieser Stelle möchte ich nur zwei Aspekte herausgreifen, die in der Grafik unten sehr schön zusammengefasst sind.

Die Stromerzeugung (Energiewirtschaft, braune Säulen) aus Kohlekraftwerken war 2025 für den Anstieg der CO2-Emissionen verantwortlich. In diesem Jahr gab es wenig Wind und wenig Wasser für die Stromerzeugung. Die Kommission empfiehlt den zügigen Ausbau von Erdgas/Wasserstoff-Kraftwerken!
Im Verkehrssektor (hellblau) gab es beim Pkw einen leichten Anstieg bei den Emissionen, insgesamt eine leichte Reduktion. Das Erreichen der Ziele für 2030 scheint in diesem Sektor unmöglich. Ein aktueller Blick auf die Autobahnen zeigt, dass auch die stark gestiegenen Spritpreise kaum Auswirkungen auf das Verkehrsaufkommen haben. Auch wenn immer mehr Fahrzeughalter richtigerweise auf E-Autos umsteigen, muss zum Laden irgendwo der grüne Strom herkommen. Heute kommt er in der Nacht und im Winter primär aus fossilen Kraftwerken!
In dem Bericht findet sich eine weitere, sehr gelungene Grafik zu den Auswirkungen des Klimawandels aufgrund der ungebrochen hohen Emissionen an Treibhausgasen:

Die Aussagen in der Grafik kann vermutlich jeder von uns leicht nachvollziehen. Dazu passend berichtet die Allianz, dass der diesjährige Hitzesommer einen Schaden von 25 Milliarden Euro allein in Deutschland verursacht hat.
Mein Fazit:
1988, also vor fast 40 Jahren, haben Wissenschaftler den Weltklimarat gegründet, um auf die Folgen des Klimawandels aufmerksam zu machen – ein toller Erfolg. Vor elf Jahren hat die Weltgemeinschaft in Paris beschlossen, die Emissionen von Klimagasen zu reduzieren – ein noch größerer Erfolg. Der jährliche Ausstoss an Klimagasen ist aber immer weiter, in den letzen 40 Jahren um 60 Prozent, gestiegen und hat 2025 seinen Höchstwert von 54 Milliarden Tonnen erreicht! Aufklärung und politische Wunschvorstellungen hatten und haben keinen Einfluss. Irgendwie drängt sich mir der Vergleich zum Tabakkonsum auf und den seit Jahrzehnten vergeblichen Versuchen der Politik, diesen einzuschränken.
Titelbild: Petra Boeger, KI generiert


