Damit ist nicht das viel diskutierte und gehypte „Vehicle to Grid“ gemeint: Wenn das E-Auto an der Ladestation hängt, kann der Strom auch vom Auto ins Netz oder Haus fließen und dort helfen die Stromversorgung zu unterstützen.
Es geht um eine andere interessante Meldung: Ford steigt mit $ 2 Milliarden in das Geschäft der stationären Batteriespeicher ein.
Was steckt hinter dieser Botschaft?
Bei vielen der traditionellen Fahrzeughersteller läuft das Geschäft mit den E-Autos schlechter als geplant. Das bedeutet, dass die Produktionsanlagen für die Batteriesysteme nicht ausgelastet sind und damit erhebliche finanzielle Verluste mit sich bringen. Nachdem die Fahrzeugbatterien aufgrund des hohen Automatisierungsgrades kostengünstig produziert werden, liegt es nahe, diese Batterien auch für stationäre Speichersysteme einzusetzen.
Die Ford Motor Company hat jetzt offiziell „Ford Energy“ gegründet, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft, die sich auf die Lieferung von in den USA montierten Batterie-Energiespeichersystemen (BESS) für Energieversorger, Rechenzentren sowie große Industrie- und Gewerbekunden in den gesamten Vereinigten Staaten konzentriert.
„Dieser Schritt spiegelt Fords Strategie wider, ungenutzte Produktionskapazitäten für Elektrofahrzeugbatterien umzuwidmen und sich auf „renditestärkere Möglichkeiten“ im Energiespeichersektor zu konzentrieren“ so die Pressemitteilung, die so ganz andere Botschaften vermittelt, als wir es von früher kennen. Das Unternehmen plant, in den nächsten zwei Jahren rund 2 Milliarden US-Dollar zu investieren, um das Geschäft auszubauen, und strebt eine jährliche Installationsleistung von mindestens 20 GWh an, wobei die ersten Auslieferungen an Kunden für Ende 2027 erwartet werden.
Die Aktivitäten von Ford Energy werden die gesamte Wertschöpfungskette der Batterieherstellung abdecken, von der Produktion von Batteriezellen – einschließlich der Herstellung von Elektrodenwicklungen sowie der Montage von Modulen und Gehäusen – bis hin zum Vertrieb und Kundendienst.
Tesla hat diese Synergie von Anfang an genutzt und macht heute einen Umsatz von 12 Milliarden USD mit den stationären Energiespeichern und einer beachtlichen Bruttomarge von 40 Prozent.
Der chinesische Batterie und Fahrzeughersteller BYD (Build Your Dream) bietet ebenfalls das komplette Produktportfolio von der Batterie, über die Ladestation und Speichersysteme – auch für das Eigenheim – bis zum E-Auto an.
Ist das die Zukunft unserer Autoindustrie?
Bislang war bei den deutschen Herstellern dazu nicht besonders viel zu erkennen. Nur E-Autos zu verkaufen, könnte in Zukunft zu wenig sein, wie einer aktueller Bericht zu den zu erwartenden, weiteren Einbrüchen der deutschen und europäischen Autoindustrie, der bisherigen Schlüsselindustrie unserer Volkswirtschaft, aufzeigt.
Titelbild: Batteriespeicher mit integriertem Schnelllader; ADS-TEC Energy


