Die Revolution von unten – oder: Die Kreativität kennt keine Grenzen

Es ist fast nicht mehr zu übersehen: Die Zahl der Solarmodule an Balkonen, Fassaden und auf Garagendächern wird immer größer. 1,3 Millionen sind deutschlandweit bereits angemeldet. Die Dunkelziffer soll bei 4 Millionen liegen – was ist los mit den sonst so überkorrekten Deutschen? Manche stellen die Module einfach auf eine Kiste im Garten oder montieren sie über die Gemüsebeete (Titelbild). Damit ist bei Regen auch noch für eine gute Bewässerung der Pflanzen gesorgt.

Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Die Montage ist einfach und die Preise werden immer attraktiver.

Ein komplettes, steckerfertiges Set bekommt man für 250 bis 500 Euro. Umgerechnet auf die nominale Peakleistung in Kilowatt (kWp) sind das etwa 450 bis 700 Euro pro kWp.

Interessant, dass das etwa der halbe Preis im Vergleich zu einer Solaranlage auf dem Dach ist. Damit reduziert sich auch die Amortisationszeit auf die Hälfte. Woran liegt das? Die Montage auf dem Dach und die professionelle Installation durch geschulte Handwerker hat natürlich seinen Preis. Dazu kommt, dass die Handwerker die Solarmodule über den Großhandel bestellen und der will auch kräftig mitverdienen. Bei den Balkon-Anlagen läuft alles über das Internet und den Paketdienst oder über die Heimwerker-Märkte. Das Angebot ist riesig und der Wettbewerb groß.

Mit Batteriespeichern kann man den selbst erzeugten Strom dann auch in der Nacht nutzen. Auch hier sind die Preise am Purzeln. Für 2.299 Euro bietet ein Hersteller einen sieben Kilowattstunden-Speicher für Ü20 Betroffene an (hier finden Sie mehr Informationen: link). Das sind gerade einmal 330 Euro pro Kilowattstunde (kWh). Das ist sicherlich noch nicht das berühmte Ende der Fahnenstange – sehr große Batteriespeicher kosten inzwischen etwa 100 Euro pro Kilowattstunde. An so einem 7 kWh Speicher im Garten können Sie auch beruhigt den elektrischen Grill und den Kühlschrank für das Bier anschließen. Für größere Parties kann man den Speicher auch modular bis auf 42 kWh erweitern.

Das könnte doch der richtige Gesprächsstoff für die kommenden Fussballabende im Freien werden.

Während das Thema in Deutschland zunehmend den Energieversorgern die bislang üppigen Gewinne verhagelt, findet in Afrika eine stille Photovoltaik-Revolution statt, wie ein interessanter Bericht des PV-Magazins zeigt. Dort ersetzt der Sonnenstrom den bisherigen Strom aus Generatoren, die mit immer teurer und knapper werdenden Diesel betrieben werden. Das ist gerade für Unternehmer wichtig, die auf eine zuverlässige und bezahlbare Stromversorgung angewiesen sind. Der folgende Satz aus dem Bericht fasst die Situation schön zusammen:

„Mini-Grids, Batteriespeicher und private Photovoltaik-Anlagen könnten insbesondere in ländlichen Regionen schneller und kostengünstiger wachsen als klassische Kraftwerks- und Netzstrukturen. Das bedeutet nicht, dass zentrale Netze überflüssig werden. Aber ihre Rolle könnte sich verändern: weg vom alleinigen Rückgrat der Versorgung, hin zu einem Teil eines zunehmend hybriden Energiesystems“

Das Thema wird auch für Deutschland und Europa zunehmend an Bedeutung gewinnen!

 

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