Die Frage bezieht sich nicht auf eine Sommerparty für Nicht-mehr-Teenager.
Es geht um Photovoltaik-Anlagen, die das 20 Jahre-Limit (Über 20 Jahre, Ü20) für die Einspeisevergütung (EEG) erreicht haben.
Vor 20 Jahren erhielten die Pioniere noch eine Vergütung von 51,80 Cent pro Kilowattstunde. Im Vergleich zu den aktuellen 12,34 Cent bei Volleinspeisung erscheint das fürstlich. Die Höhe der Vergütung hängt aber direkt mit den Anschaffungskosten einer Solaranlage zusammen. Diese sind heute wie bei der Einspeisevergütung etwa um den Faktor Fünf niedriger. Ein typisches Beispiel für Kostendegression durch Massenfertigung.
An der Stelle einen großen Dank an die mutigen Unternehmer in China, die diese enorme Kostendegression möglich gemacht haben!
Viele der Besitzer dieser Ü20-Anlagen sind verzweifelt: Anstatt der 51 Cent pro Kilowattstunde bietet ihnen der lokale Energieversorger nur noch zwei bis drei Cent an. Das hört sich zunächst dramatisch an, ist es aber nicht. Die Solaranlage ist nach 20 Jahren mehr als abbezahlt und verursacht keine Kosten mehr. Pro Kilowatt installierter Leistung spülte die Vergütung über die 20 Jahre bis zu 10.000 Euro zurück in die Familienkasse.
Was aber noch viel wichtiger zu erkennen ist: Bei den 51 Cent machte der Eigenverbrauch des Sonnenstroms keinen Sinn. Die Vergütung lag deutlich über den Preisen, die der Energieversorger für den bezogenen Strom in Rechnung gestellt hat. Jetzt dreht sich alles um: Der selbst produzierte Sonnenstrom aus der abgeschriebenen Anlage ist praktisch kostenlos und spart viel Geld beim Bezug des Stroms vom Energieversorger.
Was muss ich als Ü20 jetzt tun?
Der Elektroinstallateur muss nur den Anschluss des PV-Stroms umklemmen, und zwar hinter den Stromzähler. Noch besser ist es, gleich eine Batterie anzuschaffen und damit den Eigenverbrauch auf etwa 70 Prozent zu erhöhen. Auch das kann der Installateur für Sie übernehmen.
Sie können sich aber auch an Firmen wenden, die sich für solche Themen spezialisiert haben, wie die Octopus Energy. Mehr dazu finden Sie hier: link.
So mancher fragt sich, wie lange denn die alte Solaranlage noch durchhalten wird. Die Solarmodule selbst sollten auch nach 30 Jahren noch recht gut funktionieren. Der Wechselrichter geht gerne früher kaputt und könnte beim Einbau einer Batterie gleich mit erneuert werden.
In den vergangen 20 Jahren hat sich Technologie enorm weiterentwickelt und heutige Solarmodule liefern etwa den doppelten Strom pro Fläche Solarmodul. Ist ein notwendiger Austausch der Solarmodule absehbar, dann kann man Batterie und Wechselrichter gleich auf die höhere Leistungsfähigkeit auslegen.
Das nennt man dann Repowering.


