Batteriespeicher reduzieren Stromkosten – das gilt auch für Kommunen

Jeder der privat oder in seinem Unternehmen eine Photovoltaik-Anlage in Kombination mit einem Batteriespeicher installiert hat, weiß, dass man damit viel an Energiekosten einsparen kann. Der selbsterzeugte Strom ist deutlich günstiger als der vom Energieversorger eingekaufte. Gerade bei Unternehmen gibt es durch die Kappung von Spitzenlast oder die Teilnahme am Stromhandel weitere lukrative Potentiale, die Energiekosten über Batteriespeicher zu senken, besonders wenn durch E-Fahrzeuge im Fuhrpark oder Wärmepumpen für die Heizung der Strombedarf steigt.

Auch bei den kommunalen Energieversorgern wird das Thema Stromspeicherung immer wichtiger. Damit kann der Aufwand für den Ausbau des Stromnetzes deutlich reduziert werden. Hinzu kommen geringere Kosten für Maßnahmen, die bei Stromüberschüssen oder Versorgungsengpässen entstehen.

So hat letzte Woche die LEW Verteilnetz (LVN) in Balzhausen (liegt zwischen Memmingen und Augsburg) erstmals einen netzneutral betriebenen Batteriespeicher an ihr Mittelspannungsnetz angeschlossen. Die Anlage mit einer Leistung von 40 Megawatt (MW) und einer Kapazität von 80 Megawattstunden (MWh) ist der erste Speicher dieser Art im LVN-Netzgebiet. Er steht für einen neuen Ansatz, mit dem sich Batteriespeicher schnell, effizient und netzverträglich integrieren lassen. Hier geht es zur Pressemitteilung link, und so sieht der Batteriespeicher in Balzhausen aus (Bildquelle: LVN Presseportal):

Interessant in der Pressemitteilung war die Aussage zur Begrenzung der Einspeisung von erneuerbaren Energien in den Speicher auf maximal 1.000 Stunden im Jahr. Das habe ich zum ersten Mal gehört und hat vielleicht damit zu tun, dass ein Netzbetreiber eigentlich gar keine Speicher betreiben darf. Nur für kritische Fälle zur Netzstabilität gibt es Ausnahmen.

Man kann das Thema auch ganz anders angehen, wie die Stadt Nürtingen zeigt:

Die Stadtwerke Nürtingen GmbH, ADS-TEC Energy und die Bürgerenergiegenossenschaft BEGiNT beteiligen sich zu gleichen Teilen an einer Betreibergesellschaft und realisieren einen Großspeicher mit 10 MWh Kapazität und 5 MW Leistung.

Der Batteriespeicher wird eingesetzt, um Preisschwankungen am Strommarkt gezielt zu nutzen und damit zusätzliche Erlöse zu generieren. Gleichzeitig kann er dazu beitragen, erneuerbare Energien besser in das lokale Netz zu integrieren und Lastspitzen auszugleichen. Hier geht es zur Pressemitteilung: link

 

Da können wir nur hoffen, dass ganz viele Kommunen dieses Modell der Bürgerbeteiligung bei Stromspeichern nachmachen, denn genauso  geht eine erfolgreiche Energiewende!

 

Titelbild: 5 MWh Batteriespeicher; ADS-TEC Energy, Presseportal

 

 

 

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