Ein Blick in die Zukunft: Die Bodensee-Region im Jahr 2045

„Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen“. Diesen Spruch haben wir alle schon gehört*. Für diesen Newsletter wollten wir trotzdem einen kleinen Versuch starten:

Bis zum Jahr 2045 sind es noch 19 Jahre. Wie sieht unser tägliches Leben dann aus, wenn wir kein fossiles Benzin, keinen fossilen Diesel und kein fossiles Erdgas mehr nutzen? Kohlekraftwerke gehören dann schon lange der Vergangenheit an. So haben wir es in unserer Verfassung und anderen Gesetzen verankert – wir sind dann klimaneutral. Sind diese noch 19 verbleibenden Jahre nun eine kurze Zeit für solche extreme Veränderungen – von heute 80 Prozent fossilem Energiebedarf auf dann Null – oder haben wir noch genügend Zeit?

Ein Blick zurück könnte helfen, diesen Zeitraum und die erlebten Veränderungen besser einzuordnen: Im Jahr 2005 waren Smartphones (Touch Screens) nur etwas für wenige Experten. Die Mehrheit der Zeitgenossen konnte sich damals nicht vorstellen, was an Technologie möglich ist und wie sie unser Leben verändern wird.  Erst mit dem iPhone1 hat sich die Welt ab 2007 radikal verändert. Heute gibt es weit mehr als vier Milliarden Nutzer von Smartphones. Jederzeit und an fast jedem Ort sind beliebig viele Informationen verfügbar, und weltweite Videokonferenzen per Smartphone in bester Qualität sind zum Alltag geworden. Mit den unendlich vielen Geschäftsmöglichkeiten auf der Basis dieser leistungsfähigen Taschencomputer mit Kamera sind auch die Tech-Giganten wie Apple, Google oder Facebook enorm reich geworden.  Gleichzeitig haben sich die zwischenmenschlichen Beziehungen auf solche über oder mit dem anonymen Internet verlagert.

Werden neue Technologien im Bereich der Mobilität und Energieversorgung unsere Welt ebenfalls revolutionieren?

Wer konnte sich vor 20 Jahren vorstellen, ein Rad für 5.000 oder sogar 10.000 Euro zu kaufen? Inzwischen werden jährlich mehr als zwei Millionen E-Bikes in Deutschland und weltweit mehr als 40 Millionen verkauft – attraktive Lösungen können die Welt schnell verändern. In nur wenigen Jahren haben es bis heute etwa 50 Millionen E-Fahrzeuge auf die Straßen der Welt geschafft. Das autonome Fahren beginnt gerade ebenfalls den Alltag zu erobern und unsere Gesellschaft zu verändern.

Versetzen wir uns doch einmal in das Jahr 2045 und versuchen uns vorzustellen, wie wir dann mobil sein werden, ob mit der Bahn, dem Auto oder dem Flugzeug. Wie werden unsere Güter für das tägliche Leben transportiert? Wie funktioniert die Versorgung mit Strom, Wärme oder anderen klimaneutralen Kraft- und Brennstoffen?

Wie denken Sie über das Thema? Schreiben Sie uns doch Ihre kurze Geschichte aus der Zukunft!

Wir, das e2connect-Team, haben einen Anfang gemacht, und jeder hat sich eine kleine Geschichte aus dem Jahr 2045 überlegt.

Petra Boeger feiert im Sommer 2045 ihren 50. Hochzeitstag am See und hat dazu einige ihrer Impressionen aufgeschrieben.

Winfried Hamann hat schon vor fünf Jahren in das Jahr 2035 geschaut und den damaligen Text wiederbelebt.  Es geht um die leisen Boote auf dem Bodensee und wie attraktiv das sein wird.

Georg Binder berichtet über seine ersten Ladeerlebnisse mit seinem neuen E-Auto im Jahr 2026. In 19 Jahren wird das wohl alles ganz anders aussehen. Wenn heute jeder noch so kleine Souvenirladen EC- und Kreditkarten akzeptiert, werden es bis in einigen Jahren wohl auch die Betreiber der Ladesäulen schaffen.

Werner Tillmetz versetzt sich in den Silvestertag des Jahres 2045 und stellt die Frage: Haben wir jetzt die Klimaneutralität geschafft?

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Träumen von der Zukunft! Und vergessen Sie nicht, diese Träume mit uns und den Lesern unserer Blogbeiträge zu teilen

Ihr e2connect-Team

 

*Wer wissen möchte, warum wir uns mit der Vorstellung unserer Zukunft so schwer tun, sollte sich die Podcasts Nr. 62 und 63 von Volker Busch anhören.

 

 

 

 

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8 Kommentare

  1. Wie habe ich mir 1975 die Zukunft 2026 vorgestellt:
    Das viele Menschen mit dem Hubschrauber unterwegs sind, ausserdem viele Menschen außerhalb der Erde leben.
    Es wurde gesagt das die Kernfusion kurz vor dem Durchbruch steht, also Energie ohne Ende. Ich habe das lange geglaubt.
    Damals war ich auch für Kernenergie, also Kernspaltung.
    Außerdem dachte ich das man sich von A nach B beamen kann.

  2. Die Bodenseeregion 2045 – 10 von noch viel mehr Punkten

    1. Die BlackoutGefahr des Stromnetzes ist gebannt, weil schon seit mehr als 15 Jahren nur noch eE Anlagen angeschlossen werden, die abregelbar sind. Der volkswirtschaftlich Schaden wurde gebannt, weil bei Abregelung keine Ausgleichzahlungen mehr erfolgen.

    2. Seit Einführung der 10 Stunden Regel, wurde die Arbitrage-Orientierung der Batteriespeicher beendet und echte Netz- und Systemdienlichkeit erreicht. Das hat wesentlich dazu beigetragen, dass die Steigerung der Strompreise begrenzt werden konnte, was sich als wesentlicher Faktor für den Hochlauf der Elektromobiltät und der Wärmepumpentechnik, bestätigt hat.

    3. Der Ausbau der „erneuerbaren Energien“ erfolgt seither marktorientierter und ausgewogener. Dies hat in Bayern und auch im Landkreis Lindau zu einem Boom neuer Windenergieanlagen geführt. Die geringe Windhöffigkeit der Region wurde überwunden, durch Nabenhöhen über 300m, durch Windräder auf dem Pfänder und einem Offshore Windpark in dem durch das Rheintal windbegünstigten Obersee.

    4. Bei PV wurde auf die Dächer fokussiert und dadurch die indirekten Landnutzungsänderungen begrenzt, die zuvor zusammen mit anderen Flächenentnahmen (Straßen, Gewerbe, Moorbödenwiedervernässung) die klimaschädliche Flächenexpansion in sensible Regionen, wie dem Amazonasbecken, angetrieben hatte.

    5. Beigetragen hat zu dieser positiven Entwicklung auch, dass der Widerstand der Menschen gegen die Anwendung der neuen genomischen Techniken in der Pflanzenzüchtung gebrochen wurde. Dadurch konnten Kulturarten beschleunigt an den Klimawandel angepasst und Erträge auf einheimischen Ackerflächen gesteigert und gesichert werden.

    6. Die immer weitere gesunkene Selbstversorgung mit Lebensmitteln, konnte dadurch wieder gesteigert und die Versorgungssicherheit verbessert werden. Durch den dadurch möglichen Waldumbau zu klimaresilienten Bäumen, wurde der Landnutzungssektor wieder zu der CO2 Senke (40 Mio. to.), die ihm Klimaschutzgesetz zugewiesen war.

    7. Die flächengebundene Nutztierhaltung hat den Erhalt von Wiesen und Weiden gesichert, die Verschwendung nicht essbarer Biomasse reduziert und die Grundwasserneubildung verbessert. Hochwassergefahren und Dürren wurden dadurch reduziert. Beigetragen hat dazu auch, dass für den Antrieb von leistungsstarken Landmaschinen Alternativen zur Batterietechnologie gefunden und damit die fortschreitenden Bodenverdichtungen reduziert wurden. Ebenso beigetragen haben dazu Entsiegelungsprogramme und durchlässige Straßen- und Wegebeläge, insbesondere auf Rad- und Wanderwegen.

    8. Der Anteil- des klimafreundlichen Radverkehrs, wurde durch der Ausbau innerkommunaler Radwege gesteigert und der flächenverbrauchende Radwegebau außerhalb der Kommunen reduziert.

    9. Die Einführung der SMR Technologie hat die Wiederzulassung der Nutzung der Kernkraft ermöglich und die klimaschädliche Importabhängigkeit der Energieversorgung reduziert und die Teilnahme Deutschlands an der Nutzung energieintensive Technologien – wie KI – ermöglicht.

    10. Die Reservekraftwerke, die zur Deckung des aus dem Jahresgang und Dunkelflauten resultierenden Lücke erforderlich sind, sind umgestellt auf flexibilisierte Biogasanlagen und auf grünen Wasserstoff.

  3. Im Jahr 2045 wie sieht die Welt da aus.
    Erstmal hoffe ich das es keine Kriege mehr auf der Erde gibt.
    Energie die wir brauchen werden wir zu 60% selbst erzeugen können.
    40% wird importiert wobei wir eventuell noch 30% weltweit Fossilen Erdöl und Erdgas fördern, nicht mehr zur Verbrennung sondern für chemische Produkte die sich noch nicht ersetzen lassen, dies würde auch nicht den CO2 gehalt der Atmosphäre ansteigen lassen.
    Wir werden Systeme haben das kein Überstrom mehr abgeschaltet werden muß.
    Die importierte Energie wird aus sonnenreichen Ländern kommen in Form von
    H2 und deren Derivate.
    Mit diesen Ländern betrieben wir wirtschaftliche Partnerschaften.
    Die KI wird das nächste Google sein, was wahrscheinlich auch schon 2028 der Fall sein wird.
    Für die Medizin wird KI der Gamechanger sein.
    KI wird unsere Algorithmen revolutionieren.
    Ich hoffe das bis dahin der Durchbruch geschafft wird für den DFR Kernreaktor.
    Ich persönlich halte diesen Reaktor für Erstrebenswert.
    Kernfusion wird nochmal 50 Jahre oder mehr brauchen bis zum Durchbruch.
    So würde meine Zukunft 2045 aussehen.

    1. Lieber Herr Bopp, Hoffnung und Optimismus ist wichtig.
      Beides alleine genügt allerdings nicht, man braucht schon Maßnahmen und Schritte um sich den Zielen zu nähern, so wie ich sie oben aufgelistet habe.

      Deutschland ist zwar seit 1990 nicht untätig gewesen, aber noch liegen wir, wenn man alle Sektoren zusammen nimmt, erst bei einer Reduzierung von rund 43% gegenüber 1990.
      Und immerhin sind seither schon mehr als 35 Jahre vergangen und wir haben nur noch etwas mehr als 19 Jahre Zeit bis zum Ziel der Klimaneutralität 2045.

      Und die eE Stromerzeugung deckt immer noch weniger als 10% unseres Primärenergieverbrauches (und der ist für die Emissionen entscheidend) und liegt auch bezogen auf den Endenergieverbrauch auch nur bei knapp 13%. Dass wir im Anteil der erneuerbaren insgesamt besser liegen – bei etwas über 20% – haben überwiegend der thermischen Biomassenutzung zu verdanken.

      1. Achtung bei den bisherigen Reduktionen der CO2-Emissionen in D: Ein erheblicher Anteil ist auf den Abbau der ostdeutschen Industrie nach der Wiedervereinigung zurückzuführen. Dazu kommt eine erhebliche Verlagerung der Produktion energieintensiver Produkte nach China (aus Kostengründen). Rechnet man das alles raus, bleibt nicht mehr viel übrig bei der CO2-Reduktion.

      2. Hallo Herr Brand
        Ich verstehe Sie nicht ganz.
        Es gibt die EU- Klimaschutzverordnung
        (Effort Sharing Regulation, ESR)
        Sollte Deutschland seine verbindlichen Reduktionsziele nicht erreichen muß Deutschland ungenutzte Emissionsrechte
        (AEAS) von anderen Staaten abkaufen die ihre eigenen Klimaziele übererfüllt haben .
        Da können Kosten von 30 – 100 Milliarden Euro nur bis 2030 auf den Bundeshaushalt zukommen.
        Also ich würde Deutschland raten die EU’vorgaben einzuhalten. Es gibt Länder
        die darin Marktchancen sehen für CO2
        Zertifikate zu vermarkten.
        Das sind Länder wie: Schweden, Portugal, Rumänien, Bulgarien, Polen.
        Bis dahin wird Merz und seine Regierung nicht mehr existieren.
        Was das schlimme daran ist das sie die Kostenfalle der jungen Generation aufbürden.
        Das wäre mein Kommentar dazu
        Reinhold Bopp

        1. Sehr geehrter Herr Bopp, es ist genau andersrum.

          Bei uns gibt es bereits seit einigen Jahren einen nationalen Emissionshandel der alle Brennstoffe umfasst. Deutsche Unternehmen zahlen daher bereits einen CO2-Preis für die Herstellung ihrer Produkte, Konkurrenten im EU-Ausland bisher jedoch nicht.

          Auf EU Ebene gibt es bisher nur den ETS 1 der aber nur bei den großen Emittenten greift.
          Dazu zählen Energieerzeuger, energieintensive Industrie, der innereuropäische Luftverkehr und teilweise die Schifffahrt.

          Ein lange verfolgtes EU Ziel ist, dem ETS1 einen ETS 2 hinzufügen, der dann, wie in Deutschland, auch bei Emissionen anderer Sektoren greift.

          Dagegen gab es Widerstand, insbesondere der osteuropäischen Länder. Neben Ungarn und Tschechien waren dies auch die von Ihnen genannten Länder Rumänien, Bulgarien, Polen.

          Der Widerstand war so massiv, dass drohte, dass auch der ETS 1 fällt. Damit wäre die europäische CO2 Bepreisung komplett entfallen.

          Erst letzte Woche wurde jetzt eine Einigung erreicht.
          Diese Einigung enthält als Kompromiss einen Preisdämpfungsmechanismus und eine Verschiebung der Einführung auf 2028. Das „strengere“ deutsche System wird dann ab 2028 in das neue „mildere“ Europäische System eingegliedert.

          Die Zugeständnisse waren erforderlich um die Zustimmung der genannten Länder zu erreichen.

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